Die Pflege ist ein Wachstumsmarkt
Die Zahl der Plätze in Pflegeeinrichtungen steigt rasant: 2014 sollen es im Kreis Warendorf 2400 sein. Von den 3300 Arbeitnehmern im Pflegebereich sind aber nur 18 Prozent Vollzeitbeschäftigte.

 Gerade bei den Tagespflegeeinrichtungen erlebe man derzeit eine Explosion der Zahlen, berichtete die Sozialplanerin des Kreises, Verena Schulte-Sienbeck. Hatte es 2005 kreisweit noch unter 30 und 2012 unter 80 Tagespflegeplätze gegeben, werden es 2014 schon mehr als 150 Plätze in dann zwölf Einrichtungen sein. „2013 werden Einrichtungen in Beckum, Ennigerloh, Warendorf und Telgte hinzukommen, 2014 sind Eröffnungen in Sassenberg und Neubeckum geplant“, bilanzierte Verena Schulte-Sienbeck. Zurzeit gibt es 30 stationäre Pflegeeinrichtungen im Kreis Warendorf. Aktuell sind Einrichtungen in Warendorf und Ennigerloh im Bau, 2014 kommen weitere Plätze in Everswinkel und Neubeckum hinzu. Verena Schulte-Sienbeck: „Es tut sich einiges.“ So steige auch die Platzzahl von derzeit 2100 auf 2400 in 2014. Allerdings seien die Einrichtungen auch verpflichtet, bis 2018 eine Einzelzimmerquote von 80 Prozent zu erfüllen: „Das wird vermutlich zum Wegfall von Plätzen führen“, sagte Schulte-Sienbeck.

Steigende Zahl von Leistungsempfängern

Gestiegen sei in den vergangenen Jahren die Zahl der Leistungsempfänger nach dem Pflegeversicherungsgesetz, so die Sozialplanerin: „2011 waren es gut 25 Prozent mehr als noch 1999.“ Eine Steigerung sei vor allem in der Pflegestufe I zu verzeichnen, die Zahlen in den Pflegestufen II und III seien relativ konstant. Ebenfalls konstant ist der große Einsatz der Familien in der Pflege: „47 Prozent aller Patienten in Pflegestufe III werden zu Hause betreut“, weiß Schulte-Sienbeck. „Die Pflege ist nach wie vor ein großer Wachstumsmarkt“, berichtete Schulte-Sienbeck der Pflegekonferenz mit Blick auf die Beschäftigtenzahl. 2011 waren es mit 3300 gut 1200 mehr als noch 1999. Auf 18 Prozent nahezu halbiert habe sich hingegen die Quote der Vollzeitbeschäftigten, während die Zahl der Schüler an den beiden Pflegeseminare im Kreis steige. Hinsichtlich der Kurzzeitpflegeplätze verzeichne man vor allem in den Ferien Engpässe, so Schulte-Sienbeck. In einer Internetdatenbank sollen die Einrichtungen demnächst freie Plätze auflisten können, um einen schnellen Überblick zu schaffen. „Die Datenbank kann in den kommenden Wochen an den Start gehen“, blickte Schulte-Sienbeck voraus.

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