Die meisten Mütter sind erwerbstätig
Mütter minderjähriger Kinder sind im Kreis Warendorf zu mehr als 70 Prozent erwerbstätig – das ist eine der höchsten Quoten in ganz Nordrhein-Westfalen.

Gezählt wurden dabei Mütter mit Kindern unter 18 Jahren, wobei die durch Mutterschutz, Elternzeit oder mehrmonatigem Sonderurlaub vorübergehend Beurlaubten nicht mit in die Statistik aufgenommen worden sind. Die Zahlen des Landesamtes beziehen sich auf das Jahr 2012. Die hohe Quote ist bezeichnend für Flächenkreise, gerade im ländlichen Raum. Deutlich geringer fällt sie in größeren Städten aus. In Münster liegt sie mit 61,5 Prozent genau im Landesdurchschnitt.

Familiärer angelegte Gesellschaftsstruktur

Zurückzuführen ist dies auch auf die noch familiärer angelegte Gesellschaftsstruktur im ländlichen Bereich. Gerade für junge Eltern sind „Opa und Oma“ oft noch in erreichbarer Nähe, wohnen womöglich noch im gleichen Haus. „Die Großeltern sind als Ressource nicht zu unterschätzen“, verfolgt auch Kreisjugendamtsleiter Wolfgang Rüting die Entwicklung mit hohem Interesse. Festzustellen sei aber auch, dass der Anteil der Alleinerziehenden-Haushalte steige. Rüting: „Waren es vor 15 Jahre noch zehn Prozent, so sind es heute 20 Prozent.“ Damit setzt sich auch im ländlichen Raum eine Entwicklung fort, die sich in den städtischen Bereichen bereits wesentlich schneller vollzogen hat. Insgesamt stellen die Statistiker eine spürbare Zunahme der Erwerbstätigkeit bei Müttern mit minderjährigen Kindern fest. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2007 stieg die Quote landesweit um 3,3 Prozent. Während nur ein Drittel der Mütter arbeiten, wenn die Kindern unter drei Jahren alt sind, so steigt die Erwerbstätigkeitsquote, sobald das jüngste Kind in den Kindergarten geht auf fast 60 Prozent und noch einmal, wenn die Kinder in die Schule kommen.

Verbesserte Betreuungssituation

Jugendamtsleiter Wolfgang Rüting geht davon aus, dass sich dieser Trend durch die stark verbesserte Betreuungssituation ab diesem Jahr in Zukunft noch verstärken wird. Für 45 Prozent der Kinder unter drei Jahren stehen ab 1. August Betreuungsangebote zur Verfügung. Wolfgang Rüting: „Das ist der reale Bedarf, keine fiktive Berechnung.“ Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Rüting: „Wenn wir im nächsten Jahr mehr Plätze brauchen, dann schaffen wir mehr.“

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