Diebstahl: Staatsanwalt fordert Haftstrafen
Bild: Münch
Ein Screenshot von dem Film, der das Haus mit der konspirativen Wohnung der Angeklagten in Wuppertal zeigt.
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Mit den Plädoyers des Anklägers und der Verteidiger bog das im Juli gestartete Verfahren vor der 11. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster am Mittwoch auf die Zielgerade ein. Anfangs umfasste die Anklage zwei Dutzend Einbrüche in ganz NRW und einen in Leipzig. Einige Punkte wurden vorläufig eingestellt, um den Prozess zu vereinfachen.

Handydaten

Einem der Männer legte der Staatsanwalt fünf Taten weniger zur Last als den beiden anderen. Deshalb sei er geringer zu bestrafen. Alle drei hätten hoch professionell gehandelt. Ende 2016 und Anfang 2017 hätten sie eine Vielzahl von Einbrüchen in kurzer Zeit begangen. Mit dieser Einschätzung waren die Verteidiger nicht einverstanden. Die Anklage stütze sich fast nur auf Indizien wie GPS- und Handydaten vom Pkw und den Handys der Angeklagten. Harte Beweise fehlten mit wenigen Ausnahmen. In drei Fällen wurden DNA- oder Fußspuren von Angeklagten an Tatorten gefunden. Vor den Plädoyers lief im Gerichtssaal ein Reality-Krimi auf großer Leinwand ab. Die Polizei hatte vor dem Wuppertaler Haus, in dem zwei Angeklagte eine Wohnung konspirativ nutzten, eine Kamera installiert. Die filmte, wie die Bosnier am 20. und 24. Januar, den Tagen der Einbrüche in Telgte, Ostbevern und Beckum, jeweils am frühen Nachmittag das Haus verließen und spät abends zurückkehrten. Im passenden zeitlichen Abstand sendeten ein an ihren Pkw installierter Peilsender und ihre Handys Signale von den Einbruchsorten im Kreis Warendorf. Das alles reichte den Verteidigern nicht aus. Ihre Mandanten könnten zwischendurch aus dem Wagen gestiegen sein oder ihre Telefone an andere verliehen haben.

Angeklagte schweigen

Der Staatsanwalt hielt die Indizienkette dagegen für überzeugend. Wenn die Angeklagten in lauterer Absicht kreuz und quer durch NRW gereist wären, hätten sie dies erklären können. Sie schwiegen aber während des ganzen Prozesses. Die Männer seien aus einem einzigen Grund nach Deutschland gekommen: Um hier in Wohnhäuser einzubrechen. Kommende Woche wird sich zeigen, wie das Gericht die Argumente der Anwälte bewertet. Am kommenden Mittwoch will die Kammer das Urteil verkünden

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