Einwohnerzahlen nach unten korrigiert
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Zum Stichtag 9. Mai 2011 wurde in Deutschland nach mehr als 20 Jahren wieder eine Volks-, Gebäude- und Wohnungszählung durchgeführt, der Zensus 2011.
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Stichtag dieser Angaben ist jeweils der 9. Mai 2011.

So lebten am 9. Mai 2011 insgesamt 350 420 Einwohner im Kreisgebiet. Nach der Hochrechnung der Volkszählung von 1987 hätten es zum 31. Dezember 2011 354 622 sein sollen. Die Städte und Gemeinden hatten ihre Einwohnerzahl zum 1. Januar 2011 selbst sogar mit zusammengerechnet 356 251 Einwohnern angegeben, das Statistische Landesamt zuletzt Ende 2010 mit 353 766. Die Zahlen schwanken je nach Quelle und Datum.

Tatsache ist jedoch, dass die Einwohnerzahl seit 1987 weniger stark gewachsen ist als damals erwartet. So weichen die Prognosen auf Basis der Volkszählung von 1987 und aufgrund des Zensus 2011 zum 31. Dezember 2011 fast in allen Fällen voneinander an. Beim Kreis beträgt das Minus 1,1 Prozent, in der Stadt Gütersloh sogar 2,6 Prozent. Steinhagen hingegen ist um 1,9 Prozent stärker gewachsen als erwartet. In Gütersloh betrug die Einwohnerzahl am 9. Mai 2011 94 172. Damit stieg sie im Rang der größten Städte in Nordrhein-Westfalen immerhin von auf Rang 37 (1987) auf 32. Zum 1. Januar 2011 hatte die Kreisstadt ihre Einwohnerzahl selbst noch mit 96 189 angegeben.

Allein die Stadt Warendorf verliert 1105 Einwohner

Im Kreis Warendorf leben demnach nur 273 477 statt der bisher geführten 277 657 Einwohner. Die Folge: Auch alle weiteren Statistiken müssen neu berechnet werden. Angaben der Statistik 2012, in der noch 277 185 Einwohner verzeichnet sind, werden entsprechend nach unten verändert werden müssen. Die Stadt Warendorf (Platz 110 in NRW) muss demnach ihre Statistik am meisten nach unten korrigieren, um sage und schreibe 1105 Einwohner, von 38 087 auf 36 982.

Knapp dahinter folgt die größte Stadt im Kreis. Mit statistischen Abzügen von 1053 Menschen steht Ahlen mit 52 280 einwohnermäßig noch auf Platz 71 der Städte in NRW. Beckum muss 515 Bewohnernamen ausbuchen und kommt mit 36 116 Einwohnern auf Platz 112. 391 Bewohner zu viel hatte Sendenhorst auf dem Zettel und belegt mit 12 834 Einwohnern Platz 294 in NRW. Oeldes Einwohnerschaft schmilzt demnach um 337 Einwohner auf 28 940 (Platz 143).

Bevölkerungszahl in Westfalen ist seit 1987 um 387 909 Menschen gewachsen

In Westfalen lebten bis zum Stichtag 108 214 Menschen weniger, als Mitte 2011 auf Basis der Melderegister berechnet wurde. Seit der Volkszählung 1987 ist die Bevölkerung in der Region um 387 909 Menschen gewachsen.

Die größte Stadt Westfalens ist laut den Zensus-Erhebungen Dortmund mit 571 143 Einwohnern, das sind 1,6 Prozent weniger als bislang angenommen. Münster zählte bei den Zensus-Haushaltsbefragungen 289 576 Einwohner, das sind 2219 Bürger mehr als ursprünglich berechnet. Die landesweit größte Abweichung zur den amtlichen Statistiken wurde in Schöppingen im Kreis Borken mit minus 17 Prozent festgestellt.

Höxter hat prozentual die meisten durch Eigentümer bewonhten Wohnungen

Die Zensus-Daten liefern auch Erkenntnisse zur Wohnsituation in Westfalen. Demnach verzeichnet die Stadt Marienmünster im Kreis Höxter mit 73,7 Prozent den landesweit höchsten Anteil von Wohnungen, die vom Eigentümer selbst bewohnt werden. Mit 22,1 Prozent wurde der niedrigste Anteil in Gelsenkirchen berechnet.

Die höchste Leerstandsquote in Westfalen sowie im gesamten Bundesland wurde in Altena im Märkischen Kreis mit 10,5 Prozent ermittelt. Die Städte mit den wenigsten leer stehenden Wohnungen liegen ebenfalls in Westfalen: Schöppingen und Recke im Münsterland verzeichneten nur eine Quote von 1,5 Prozent.

Angaben zu weiteren Städten in den Kreisgebieten Gütersloh und Warendorf finden Sie in der Samstagsausgabe der „Glocke“.

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