Elektrogeräte tabu für Schrottsammler
Elektroschrott darf nur an kommunalen Recyclinghöfen entsorgt werden und gehört nicht auf die Pritschenwagen gewerblicher Sammler.

 In Zeiten von knappen Rohstoffen ist die Zahl der fahrenden Schrottsammler erheblich gestiegen. Das verrostete Spatenblatt, das alte Rohr, das schon jahrelang in der Ecke liegt, und das verbeulte Fahrrad sind den modernen „Klüngelkerle“ hochwillkommen. „Diese Art der Sammlung ist erlaubt, wenn die Fahrer über eine Reisegewerbekarte verfügen und nachweisen können, wo die Sachen verbleiben“, erklärt Polizeipressesprecher Martin Schnafel. Regelmäßig werde kontrolliert, ob die mobilen Schrottsammler über die notwendigen Papiere verfügen – bisher sei alles in Ordnung gewesen. Gar nicht in Ordnung sei es aber, wenn Elektrogeräte auf den Pritschenwagen landen.

Echter Dorn im Auge

„Das ist uns ein echter Dorn im Auge“, weist Andreas Meschede, Bereichsleiter Dienstleistung der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG), auf die gefährlichen Stoffe hin, die sich beispielsweise in Kühlschränken befinden. Es sei nicht davon auszugehen, dass diese Stoffe ordnungsgemäß entsorgt würden. So eine Waschmaschine sei für den Schrottsammler durchaus interessant: Einmal der Metallwert und dann der Motor, der aufgrund seines hohen Kupferanteils wertvoll sei oder als Ganzes verkauft werden könne – beispielsweise auf den afrikanischen Markt. Die AWG, so Meschede, arbeite mit Firmen zusammen, die im Rahmen der Verwertung eine genaue Stoffbilanz erstellen müssten – genau ist darin enthalten, was mit den umweltschädlichen Kühlmitteln oder Ölen geschehen sei. „Bei den Sammlern weiß man nie, wo die eigentlich hinfahren“, so Meschede. Andere hätten sich auf Elektrokleingeräte spezialisiert, so Meschede. Das Innenleben enthielte seltene Metalle (Erden), mit denen sich hohe Erlöse erzielen ließen, das Kupfer in alten Fernsehern bringe Geld, die Röhren seien allerdings schwer belastet – und so landen manchmal nur noch Hüllen auf den Recyclinghöfen, die auch des letzten Kabels noch beraubt sind. „Dann bekommen wir wieder Schwierigkeiten mit den Herstellern, die eigentlich verpflichtet sind, Altgeräte zurückzunehmen“, erläutert Meschede. Bei derartiger „Beraubung“ der Geräte könnte eine Rücknahme seitens der Hersteller verweigert werden.

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