Erdgasbohrung wird zur Chefsache
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Nach einer Informationspanne will NRW-Wirtschaftsminister Voigtsberger komplett über die geplanten Genehmigungen der umstrittenen Erdgasbohrungen informiert werden.
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Die zuständige Bergbehörde in Arnsberg muss das Ministerium nun vollständig über jeden Antrag im Zusammenhang mit dem heftig kritisierten Bohrverfahren - dem so genannten Fracking - informieren. Akzeptanz in der Bevölkerung sei nur mit größtmöglicher Offenheit zu erreichen, sagte Voigtsberger am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Düsseldorfer Landtags.

Die Landesregierung will in einem Gutachten klären lassen, welche wasserwirtschaftlichen und wasserrechtlichen Kriterien für künftige Genehmigungen zugrunde gelegt werden müssen. Die Grünen fordern Umweltverträglichkeitsprüfungen vor jeder Bohrung.

Voigtsberger hatte in der vergangenen Woche entgegen früheren Angaben einräumen müssen, dass das Frac-Verfahren in NRW doch genehmigt worden war. Dabei wird unter Hochdruck ein Sand-Wasser-Gemisch in den Boden gepresst - manchmal auch Chemikalien. Umweltschützer fürchten Schädigungen des Grundwassers; Bürgerinitiativen protestieren seit Monaten.

CDU und FDP warfen Voigtsberger vor, er habe sein Haus nicht im Griff. "Sie haben das Parlament falsch informiert - nicht lückenhaft", sagte FDP-Fraktionschef Gerhard Papke.

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