Erinnerung an Oelder Hermann Johenning
Übergabe des Liebermann-Bildes am Donnerstag im Kreishaus in Warendorf: (v. l.) Museumsleiter Dr. Bennie Priddy, Landrat Dr. Olaf Gericke, Renate Johenning und Dr. Friedrich Johenning.

Das von dem berühmten Berliner Maler Max Liebermann geschaffene Ölbild „Reitknecht am Strand“ entstand 1902 am Strandabschnitt von Nordwijk und steht am Beginn der impressionistischen Phase des Künstlers. Am Donnerstag übergab der Stifter das von Prof. Dr. Matthias Eberle in seiner Echtheit zertifizierte Bildnis im Kreishaus in Warendorf an Landrat Dr. Olaf Gericke.

Die wertvolle Gabe wiege um so schwerer in einer Zeit, da die öffentliche Hand aus eigener Kraft im Bereich Kunstförderung kaum noch Gestaltungsmöglichkeiten habe, sagte Dr. Gericke. Der Landrat erinnerte sich seines Besuches im Berliner Liebermann-Haus und sah eine Parallele zwischen dem von den Nationalsozialisten bedrängten Künstler und dem von den gleichen Machthabern aus dem Amt geworfenen Oelder Bürgermeisters Hermann Johenning.

Wertvolles Liebermann-Gemälde

Dr. Friedrich Johenning, der sich als Kunstsammler vorwiegend für Nolde, Macke und andere Vertreter der klassischen Moderne interessiert, will mit dieser Stiftung an seinen Vater erinnern, der schwer zu tragen hatte an seiner Entlassung aus dem Bürgermeister-Amt.

Dr. Bennie Priddy wird für das Liebermann-Gemälde nun einen geeigneten Platz im Museum Abtei Liesborn finden. Dort ist es ab sofort öffentlich zugänglich.

Der damalige Gerichtsassessor Hermann Johenning war als pflichtbewusster Beamter seit 1919 Bürgermeister der Stadt Oelde, bis er 1939 zugunsten eines emsigen Parteigenossen aus dem Amt scheiden musste. Die Besatzungsmacht vertraute den verdienstvollen Beamten Hermann Johenning am 15. April 1946 in notvoller Zeit als Amtsdirektor die Führung der Verwaltung an. Wegen schwerer Erkrankung konnte er dieses Amt jedoch nur noch kurze Zeit ausüben.

Schöpfer des Oelder Stadtparks

Bleibende Verdienste hat sich der ehemalige Bürgermeister um die Gründung der Burgbühne Stromberg ebenso erworben wie als Schöpfer des Stadtparks. Die Oelder würdigten seine Verdienste, indem sie einen innerstädtischen Platz nach ihm benannten. Durch einen Gedenkstein mit Inschrift erinnerten sie voller Dankbarkeit an Hermann Johenning in dem von ihm geschaffenen Stadtpark.

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