Europas Einheit nicht selbstverständlich
Bild: Wild
Auf starkes Interesse von rund 150 Besuchern im Sophiensaal in Warendorf ist der Europa-Gesprächsabend der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) gestoßen mit (v.l.) dem Europaabgeordneten Dr. Markus Pieper, dem Landesbeauftragten der KAS, Dr. Ludger Gruber, der stellvertretenden Schulleiterin des Ems-Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung in Rheda-Wiedenbrück, Stefanie Ebbesmeier, dem KAS-Bundesvorsitzenden und  Bundestagspräsidenten a.D., Professor Dr. Norbert Lammert, und dem Veranstalter, dem Direktor der Volkshochschule Warendorf, Rolf Zurbrüggen.
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„Europa. Das nächste Kapitel“ ist der Titel einer Veranstaltungsreihe, mit der die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) derzeit durch Deutschland tourt, um Menschen für die Europawahl am 26. Mai zu begeistern. Eine von 40 Stationen bundesweit war am Mittwochabend Warendorf. Die Volkshochschule Warendorf hat damit ihrer Kooperation mit der KAS ein Mosaiksteinchen hinzugefügt.

150 Zuhörer interessiert Europa

150 Politikinteressierte waren gekommen. Prominentester Gast im Sophiensaal war der Bundesvorsitzende der Stiftung, Bundestagspräsident a.D. Professor Dr. Norbert Lammert. Nicht nur er hielt das leidenschaftliche Plädoyer für Europa, das sich die Zuhörer als Motivationsschub gewünscht hatten.

Auch den Münsterland-Kandidaten der CDU, den Europaabgeordneten Dr. Markus Pieper, und die stellvertretende Schulleiterin des Ems-Berufskollegs Rheda-Wiedenbrück, Stefanie Ebbesmeier; hatte der Landesbeauftragte der KAS, Dr. Ludger Gruber, für das Podium gewinnen können. Die Moderation hatte Christian Blum.

Europawahl von hoher Bedeutung

Lammert warnte davor, die Vorteile der europäischen Einigung als selbstverständlich vorauszusetzen. Dass laut ZDF-Politbarometer für 56 Prozent der Bundesbürger Europa nicht so wichtig sei, müsse alarmieren. Dass Wahlen zum Europäischen Parlament weniger bedeutend seien als andere, sei eines der größten Missverständnisse.

Einen scheinbaren Widerspruch formulierte Lammert zu Beginn seiner mitreißenden Rede: Europa sei heute in einer Verfassung, die nie besser, aber auch nie miserabler gewesen sei. Die heutige Generation sei die erste, die ein geeintes Europa mit ausschließlich demokratisch gewählten Regierungen erlebe, in denen das Volk der Souverän sei. Freiheit, Demokratie und Frieden würden leichtfertig als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt – was es in der Geschichte Europas vorher nie gewesen sei.

Nur gemeinsam souverän in Globalisierung

In einer immer komplexeren Welt der Globalisierung und Digitalisierung habe der Nationalstaat allein keine Chance, seine Souveränität zu erhalten. Nur als EU hätten die einzelnen Mitgliedsstaaten eine Chance, in der Welt als Mitspieler Beachtung zu finden. Der Brexit sei der größte politische Fehler der vergangenen Jahre und mache auch die Fragwürdigkeit von Volksentscheiden in grundlegenden Fragestellungen deutlich.

 Ausführlicher Bericht auf der Seite „Kreis Warendorf“ der „Glocke“ vom 22. März.

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