Familie ist größter Pflegedienst
2,7 Prozent der Bevölkerung im Kreis Warendorf sind auf Hilfe durch Familie und Pflegedienste angewiesen. In stationären Einrichtungen sind 2214 Personen untergebracht.

 Das Gremium trat erstmals zusammen und ist Nachfolger der bisherigen Pflegekonferenz. Etabliert worden ist die Fachrunde durch das im Herbst vergangenen Jahres in Kraft getretene Alten- und Pflegegesetz NRW. Jetzt arbeiteten beispielsweise auch Vertreter der privaten Anbieter und der im Kreistag vertretenen Parteien in der Konferenz mit, so Schulte-Sienbeck. Der überwiegende Teil der pflegebedürftigen Menschen wurde 2013 zu Hause versorgt – 3285 ausschließlich durch Angehörige, 1990 mit der Unterstützung durch Pflegedienste. In stationären Einrichtungen waren 2214 Personen untergebracht, zitierte Schulte-Sienbeck aus dem von IT-NRW zur Verfügung gestellten Zahlenmaterial. „Neuere Zahlen liegen derzeit nicht vor.“ Nach wie vor bleibe die Familie „der größte Pflegedienst, den wir haben“, bilanzierte Schulte-Sienbeck das Zahlenmaterial. „Das hat sich über die Jahre nicht wesentlich verändert.“ Die Dynamik der Steigerungsrate der pflegebedürftigen Menschen im Kreis habe sich abgeschwächt, so die Kreis-Sozialplanerin. „Die Steigerung ist auf Landesebene deutlich höher.“

Jüngere Bevölkerung im Kreis

Ein Grund dafür sei die im Landesvergleich jüngere Bevölkerung im Kreis, sei doch Pflegebedürftigkeit vor allem ein Phänomen des hohen Alters. So waren 2013 62,8 Prozent der über 90-Jährigen auf Pflegeleistungen angewiesen, im Alter zwischen 75 und 80 Jahren lag die Quote bei lediglich 8,2 Prozent. In allen Altersbereichen findet die Versorgung der Pflegebedürftigen überwiegend zu Hause statt – selbst bei den über 95-jährigen Pflegebedürftigen werden 147 in den eigenen vier Wänden betreut und 136 in stationären Einrichtungen. Während die Zahl der Pflegebedürftigen in den Pflegestufen zwei und drei zwischen 1999 und 2013 nahezu gleichgeblieben sei, könne man in dem Zeitraum eine deutliche Zunahme der Zahlen in Pflegestufe eins – von 2738 auf 4232 Menschen – beobachten. „Je höher die Pflegestufe ist, desto wahrscheinlicher wird eine vollstationäre Pflege“, erläuterte Schulte-Sienbeck. Von den 864 Menschen in Pflegestufe drei waren 2013 55 Prozent in Pflegeheimen untergebracht.

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