„Fit Kids“ schützt  und eröffnet Chancen
Bild: Knöpker
Hilfe für Kindern von süchtigen Eltern vermittelt das Projekt „Fit Kids“, angesiedelt beim Arbeitskreis Jugend-und Drogenberatung im Kreis Warendorf. Leiterin Sarah Schlößer (v. l.) und Praktikantin Janna Härtel informierten.
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„Damit wollen wir die Kinder von Suchtkranken stärker in den Blick nehmen“, sagt Leiterin Sarah Schlößer. Die Sozialarbeiterin betreut gemeinsam mit Sebastian Witte 116 Minderjährige im Kreis Warendorf. „Mehr als 30 Prozent der Kinder suchtkranker Eltern werden selbst suchtkrank, meistens schon sehr früh in ihrem Leben“, weiß Sarah Schlößer aus der Praxis. Sie würden oft zu den Eltern der Eltern und seien früh zum Erwachsensein verdammt.

„Hinzu kommt, dass sie in ihrer körperlichen und seelischen Entwicklung nachhaltig beeinträchtigt sind“, sagt sie. „Mit dem Projekt ,Fit Kids‘ können wir dazu beitragen, den betroffenen Minderjährigen Chancen zu geben und weitere Gefahren von ihnen abzuwehren“, sagt sie. Für Familien bietet die Projektleiterin Spiel-und Freizeitaktivitäten, Eltern-Kind-Angebote, aber auch Information und Vermittlung von weiteren Hilfen für Eltern und Kinder an. Werdende Eltern begleitet sie während der Schwangerschaft. In Kooperation mit Manfred Gesch, Leiter der Fachstelle für Suchtvorbeugung, bietet sie Fortbildungen für Kindertageseinrichtungen und Einzelfallberatung durch Fachkräfte an. „ Wir wollen die Lebenssituation der betroffenen Kinder verbessern“, nennt sie das Ziel, für das sie sich jährlich erneut  Meilensteine setzt. Knackpunkt ist die Finanzierung, denn öffentliche Förderungen gibt es nicht für „Fit Kids“.

Dankbar ist Sarah Schlößer für die großzügige Unterstützung der „Inner Wheel“-Frauen Warendorf. Über die Weihnachtsbaumaktion hat die Sozialarbeiterin die Inhaberin des Gartenbaubetriebes Murrenhoff in Warendorf kennengelernt und auf das Projekt aufmerksam gemacht. Seitdem unterstützt sie mit weiteren „Inner Wheel“-Frauen die „Fit Kids“. Nur dadurch konnten in den Ferien Ausflüge durchgeführt werden. Ende Juli ging es zum Kinder-Campus nach Münster, Ende August wird eine Fahrt zur Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen angeboten. „Sie sind für uns besonders wichtig, um zu sehen, wie es den Kindern geht“, sagt Sarah Schlößer und würde sich freuen, wenn sich weitere Sponsoren in den Dienst der guten Sache stellen würden, um Kinder und Jugendliche nachhaltig zu stärken. Ab dem Frühjahr 2019 plant die Sozialarbeiterin den Aufbau einer Eltern-Kind-Gruppe. Dafür bieten sich die momentan umgestalteten neuen Räumlichkeiten an, die Ende des Jahres fertig sein werden.

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