Fotos und Videos an Pädophile verschickt
Foto: dpa
Das Handy des Angeklagten aus Ostbevern stand im Mittelpunkt der Verhandlung wegen Kindesmissbrauchs am Landgericht in Münster. 
Foto: dpa

Noch einmal stand in der Sitzung der Jugendschutzkammer das Handy des Angeklagten im Mittelpunkt. Dabei wurde deutlich, dass die Ermittler den Ostbeveraner zunächst gar nicht auf dem Schirm hatten. Ins Visier genommen hatte die Polizei zunächst den 28-jährigen Mann, der als Schlüsselfigur im Münsteraner Missbrauchskomplex gilt.

Durch Mobiltelefon auf Ostbeveraner gestoßen

Bei zwei mittlerweile verurteilten pädophilen Männern aus Hannover stellten die Beamten dann auch eine Verbindung von Münster nach Ostbevern fest. Weitere Informationen fand die Zentralstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen, angesiedelt bei der Kölner Staatsanwaltschaft, in einem Mobiltelefon des Münsteraners. 

Die Kölner gaben das Verfahren weiter nach Münster. So kam die „Ermittlungskommission Rose“, die die Missbrauchsfälle in Münster koordiniert, dem Ostbeveraner auf die Spur.

Transport mit Hand- und Fußfesseln 

Am 13. November 2020 nahm die Polizei ihn fest. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft und wird von dort an den Verhandlungstagen mehr als 100 Kilometer weit ins Landgericht nach Münster gebracht. Das geschieht unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz des Angeklagten. Außerdem wird er im Gegensatz zu manchen anderen Häftlingen mit Hand- und Fußfesseln transportiert.

Dateien mit schwerem Kindesmissbrauch

Bei der Auswertung des Chatverkehrs ergaben sich weitere Vorwürfe gegen den 35-Jährigen. Der Ostbeveraner soll von Ende 2019 bis Ende 2020 über mehrere Messengerdienste wiederholt Fotos und Videos an andere Pädophile verschickt haben. Als die „EK Rose“ die Wohnung des Angeklagten durchsuchte, fand sie auf zwei Speichern zahlreiche Dateien, die auch schweren sexuellen Kindesmissbrauch zeigen.

Zwei weitere Verdächtige aus Pädophilen-Milieu ermittelt

Mittwoch berichteten vier Polizisten über die Durchsuchung der Wohnung des Ostbeveraners und die Auswertung seines Handys. Da er die Passwörter seines Mobiltelefons herausgab, konnten die Beamten zwei weitere Tatverdächtige aus dem Pädophilen-Milieu ermitteln. Der Prozess wird am 14. Juni fortgesetzt.

SOCIAL BOOKMARKS