Frau mit Down Syndrom erfüllt sich Traum
Bild: Edelkötter
Traum erfüllt: Sophie Hovestadt aus Warendorf hat einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden. Am 31. März endet ihre Probezeit, ihr Vertrag wird verlängert.
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Kein Wunder, dass die 19-Jährige auch zum Thema Uli Hoeneß eine klare Meinung besitzt. „Der darf nicht ins Gefängnis“, fleht sie. Sophie Hovestadt und der FC Bayern München, das passt. Beide haben nämlich durchaus einiges gemeinsam. Denn während sich Bayern München von Rekord zu Rekord spielt, hat auch die Warendorferin etwas geschafft, was nur ganz wenigen gelingt: Sie ist direkt von der Schule in eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt gewechselt. Seit Oktober 2013 arbeitet sie als Küchenhilfe beim Münsteraner Dienstleistungsservice MDS GmbH.

Down-Syndrom

Ein außergewöhnlicher Sprung, denn Sophie Hovestadt hat das Down-Syndrom, und für Menschen mit wesentlichen Behinderungen verläuft der Weg von der Schule in die Arbeitswelt normalerweise kurviger und führt über eine Berufsbildungsmaßnahme in einer Werkstatt für behinderte Menschen. Doch diesen „Umweg“ wollte die Warendorferin auf gar keinen Fall gehen. Sie wollte sofort durchstarten, selbstständiger sein. „Ich will mein eigenes Geld verdienen und mein eigenes Konto haben“, betont sie und grinst wieder ihr typisches Sophie-Lächeln – breit und selbstbewusst. Etwa zwei bis acht Schulabgänger mit Handicap können pro Jahr in ein Arbeitsverhältnis des ersten Arbeitsmarktes vermittelt werden, schätzt Sandra Grenzer vom Integrationsfachdienst im Kreis Warendorf. Sie und Lehrer Karl Grünewald haben maßgeblichen Anteil daran, dass Sophie Hovestadt ihren Traum erfüllen konnte.

Freie Waldorfschule Everswinkel

Im Schuljahr 2011 / 2012 hatte die Freie Waldorfschule Everswinkel ein zwölftes Schuljahr eingerichtet für Schüler mit besonderem Förderbedarf. In diesem Berufspraktischem Jahr absolvieren die Teilnehmer verschiedene Praktika. Sophie war die Erste, die an dieser Maßnahme teilnahm. Dreimal arbeitete sie damals auch bei der MDS GmbH. „Ich habe geheult, als mein Praktikum dort vorbei war“, verrät die 19-Jährige, grinst und ergänzt: „Ich habe aber alles versucht, damit sie mich vermissen.“ Das ist ihr gelungen.

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