Für Notfall will Kreis Warendorf gerüstet sein
Gelungene Rettungsaktion: Landrat Dr. Olaf Gericke (l.) und Oeldes Bürgermeister Karl-Friedrich Knop kümmern sich 2015 um die in Oelde gestrandeten Bahnreisenden.

Derzeit stehen Notunterkünfte für ein Prozent der Bevölkerung zur Verfügung. Das entspricht etwa 3000 Plätzen. Der Kreis plant, dieses Angebot auf 12.000 Plätze auszubauen, um mindestens vier Prozent der Bürgern im Notfall behelfsmäßig versorgen zu können. Für möglichst alle vorstellbaren Szenarien will man den richtigen Plan in der Schublade haben.

Störfall bei Kernkraftanlagen

Da bereitet die Möglichkeit eines Störfalls im Bereich Kernkraftanlagen noch Sorge. Sollte es beispielsweise in den Anlagen in Lingen oder Grohnde zu Problemen kommen, könnte der Kreis Warendorf gefragt sein, einen Teil der dortigen Bevölkerung aufzunehmen. Auch die dann angesagte Versorgung mit Jodtabletten muss laut Kreisbrandmeister Heinz-Jürgen Gottmann noch geregelt werden.

Priorität hat auch die Anschaffung von Rettungsgerät, um beispielsweise Hilfe auf Bahndämmen oder bei der Bekämpfung von Waldbränden leisten zu können. Kreisbrandmeister Gottmann: „Da müssen wir dringend etwas machen.“ Noch in Erinnerung ist der unfreiwillige Halt eines ICE in Oelde, der 2015 bei einem heftigen Unwetter von einem Baum getroffen wurde. Damals mussten 400 Menschen sicher aus dem Zug und dann vom hohen Bahndamm gebracht werden.

Schienenstränge in Dammlage

Gerade zwischen Oelde und Ahlen verlaufen die Schienen in Dammlage. Gottmann: „Und wir haben kein Gerät für Einsatzlagen auf Bahngelände.“ Lediglich zwei Handwagen stehen zur Verfügung. Jetzt sei zumindest ein Quad angeschafft worden, mit dem man auch in schwierigem Gelände vorwärtskommt.

Angeschafft werden muss zudem Schutzausrüstung für die rund 4000 ehrenamtlichen Helfer, die im Katastrophenfall zum Einsatz kommen können. Heinz-Jürgen Gottmann: „An diese Frauen und Männer müssen wir denken.“ Im Fall der Fälle seien sie diejenigen, auf die es ankomme. „Von außen wird niemand sofort kommen können“, geht Gottmann von einer flächendeckenden Notlage aus, die allerorts viele Einsatzkräfte bindet.

Mobile Datenerfassung

Schon für 2020 sollen 245.000 Euro für die Anschaffung einer einheitlichen mobilen Datenerfassung beim Rettungsdienst zur Verfügung stehen. Ordnungsdezernentin Petra Schreier konnte auf Erfahrungen mit dem System verweisen: Schlaganfälle konnten im Krankenhaus 36 Minuten, Herzinfarkte 29 Minuten schneller behandelt werden. Schreier: „Das ist super angelegtes Geld.“

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