Geburtenminus fällt deutlich aus
Immer weniger Kinder, immer weniger Schüler, immer älter werdende Bevölkerung, immer weniger, die für immer mehr aufkommen müssen – so schließt sich der Kreis einer negativen Abwärtsspirale.

 Diese Entwicklungen sind den Zahlenspiegeln zu entnehmen, die der Kreis Warendorf jährlich veröffentlicht. Demnach hat sich dieser Trend seit 2008 enorm beschleunigt. Zwar fiel der noch hinzukommende Wanderungsverlust in 2009 mit minus 707 Bürgern nicht ganz so stark aus wie noch ein Jahr zuvor (minus 1282 Menschen), allerdings nimmt die Einwohnerzahl im Kreis Warendorf weiterhin merklich ab. So geht man inzwischen davon aus, dass die Bevölkerung von einstmals 284 000 Menschen in 20 Jahren auf 263 000 schrumpft – dieses Minus entspricht der heutigen Einwohnerzahl einer Stadt wie Ennigerloh oder Telgte. Deutlich wird aus dem Zahlenwerk zudem das Altern der Gesellschaft. Waren 2005 nur 17,93 Prozent der Bürger im Kreis Warendorf mehr als 65 Jahre alt, so waren es Ende 2009 bereits 19,29 Prozent. Damit liegt man zwar immer noch unter dem Landesdurchschnitt (20,35 Prozent), nur aufzuhalten scheint diese Entwicklung nicht zu sein.

Konkrete Nachwuchssorgen

Auf der anderen Seite bestehen ganz konkrete Nachwuchssorgen: Nur noch 5,42 Prozent der Menschen im Kreisgebiet sind jünger als sechs Jahre – 2005 waren es noch 6,18 Prozent. Abgenommen hat auch der Anteil der Haupterwerbstätigengruppe der zwischen 25- und 50-Jährigen. Sie schrumpfte im Vergleichszeitraum von 35,5 auf 33,88 Prozent. Diese scheinbar nur geringen Zahlenverschiebungen sind in ihren Auswirkungen bereits real spürbar. An vielen Orten im Kreis Warendorf werden Schulen geschlossen oder zusammengelegt. Seit 2006 gibt es zwei Grundschulen und fünf Hauptschulen weniger, dafür sind zwei Verbundschulen eingerichtet worden. In kleineren Orten fürchtet man um den Erhalt von Kindergärten.

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