Geringe Verschuldung birgt Risiko
Im Kreis Warendorf liegt die Schuldenlast der Kommunen, umgerechnet auf die Einwohnerzahl, noch weit unter dem Landesdurchschnitt.

Umgerecht auf alle Bürger in NRW steht diese Marke bei 3183 Euro pro Kopf – im Kreis Warendorf lediglich bei 1502 Euro. Dabei ist diese Summe in Ennigerloh am höchsten: 2253 Euro – und in Wadersloh am niedrigsten: 325 Euro. Dies geht aus den jüngsten Berechnungen des Landesamtes für Statistik für das Jahr 2010 hervor. Im Vergleich zu 2009 schafften es fünf Kommunen im Kreis, ihre Schuldenlast pro Kopf zu verringern: Beelen, Oelde, Sendenhorst, Telgte und Wadersloh. Die höchste Schuldenlast, umgerechnet auf die Einwohnerzahl, ist in den größeren Kommunen des Kreises feststellbar: Dem „Spitzenreiter“ Ennigerloh folgt Beckum mit 2210 Euro pro Kopf, dann Ahlen mit 1976 Euro. Schon deutlich weniger Schulden, umgerechnet auf die Anzahl der Bürger, weist Oelde mit 1409 Euro aus. „Nur“ noch 1203 Euro sind es in Telgte, 1071 Euro in der Kreisstadt Warendorf und 1060 Euro in Sendenhorst. Einbezogen in diese Schuldenberechnung sind nicht nur die Defizite und Kassenkredite im sogenannten Kernhaushalt der Kommunen, sondern auch Schulden der städtischen Betriebe. Unter der 1000er-Marke liegen dabei Ostbevern (884 Euro pro Kopf), Beelen (738 Euro), Sassenberg (673 Euro), Drensteinfurt (341 Euro) und wie gesagt Wadersloh (325). Diese im Landesvergleich geringe Verschuldung kann den Gemeinden, so kürzlich noch die Einschätzung der Bürgermeisterkonferenz, aber noch zum Verhängnis werden, wenn sie möglicherweise in Zukunft den völlig überschuldeten Kommunen in anderen NRW-Regionen unter die Arme greifen sollen.

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