Graureiher kehrt zurück in die Region
Er ist wieder im Kreis Warendorf gesehen worden: Der Graureiher brütet wieder in der heimischen Region. Wieviele Tiere es sind, ist aber nicht bekannt.

Mit bedächtigen, weit ausholenden Flügelschlägen erhebt sich ein Graureiher über Freckenhorst. Seinen Hals hat er charakteristisch auf die Schultern gelegt, seine Beine überragen das Schwanzgefieder. Durch strikte Schutzmaßnahmen haben sich die Bestände in Deutschland längst erholt, zu den gefährdeten Arten gehört der Reiher nicht mehr. Noch immer selten begegnet man ihm jedoch im Kreis Warendorf, wo früher größere Kolonien zum Brüten zu Gast waren. Jüngst wurden nun in Freckenhorst und Telgte Graureiher gesichtet. „Diese Beobachtung hat aber nicht zwangsläufig viel Aussagekraft“, erklärt Daniel Kebschull, Ehrenamtskoordinator des Nabu-Kreisverbands Warendorf. Flächendeckende Aufzeichnungen über die Graureiherpopulation im Kreis gebe es demnach keine.

Kiebitz wird gezählt

„Wir haben vor allem im Ehrenamt nicht die nötigen Ressourcen, um eine regelmäßige Datenerfassung aller Arten im Kreis durchzuführen. Nur in speziellen Fällen wie beim gefährdeten Kiebitz, werden gründliche Zählungen durchgeführt.“ Fest stehe nur, dass die Vogelart eine längere Zeit im Kreis Warendorf von der Bildfläche verschwunden war. Wann und ob der knapp 98 Zentimeter große Schreitvogel in den Kreis zurückgekehrt ist, lässt sich nur schwer oder gar nicht herausfinden. „Durch Zufall habe ich im Juli zwischen Wolbeck und Freckenhorst ein paar hungrige Jungtiere hören können. Wie viele Graureiher hier brüten, kann man aber nicht pauschal sagen“, meint Kristian Mantel von der Nabu-Naturschutzstation in Münster. Nur ungenaue Beobachtungen von der Aktion „Stunde der Gartenvögel“ seien in den vergangenen Jahren erfasst worden. Der Fischreiher, der je nach Lebensraum Zieh- oder Standvogel ist, erreicht ein Alter von bis zu 25 Jahren. Er jagt bevorzugt am Boden und erbeutet kleinere Fische, Mäuse, Amphibien, Eier und Schnecken. Ein- bis höchstens zweimal im Jahr brütet der monogam lebende Vogel zusammen mit Artgenossen in hoch gelegenen Baumwipfeln. An privaten Fischteichen ist er nicht sehr gerne gesehen, doch hält sich sein Schaden für die Fischerei stärker in Grenzen als teilweise noch fest im Volksglauben verankert.

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