Handwerk will Erfolg für Zukunft sichern
Bild: Kraneburg
Für das Handwerk im Kreis Warendorf läuft es derzeit gut. Das konnten (v. l.) Günter Schrade und Frank Tischner (Hauptgeschäftsführer) von der Kreishandwerkerschaft feststellen.
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 Alle Handwerksbranchen im Kreis Warendorf bewegen sich in einem guten Marktumfeld – selbst die Metallbauer zeigen sich trotz der Einflüsse wie die Ukraine-Krise „mindestens zufrieden“. „Seit 2009 bewegt sich der Geschäftsklimaindex auf konstant hohem Niveau“, gelte es laut Tischner jetzt, diese Erfolge auch für die Zukunft zu sichern. Da bilden sich eher die Sorgenfalten auf der Stirn, wenn der Hauptgeschäftsführer an den fehlenden Nachwuchs denkt.

80 bis 100 Ausbildungsplätze

Noch 80 bis 100 Ausbildungsplätze (Stichtag 1. August 2015) seien momentan nicht besetzt. Und schon 2014 waren mit 440 Ausbildungsverträgen rund drei Prozent weniger Azubis zu verzeichnen. Die Zeiten, da 70 Prozent der Haupt- und Realschüler automatisch ins Handwerk wechselten, sind lange vorbei, da sich die Schullandschaft stark verändert hat. Um die Branche mit ihren Möglichkeiten wieder mehr ins Blickfeld zu rücken, seien die Leiter von Einrichtungen sämtlicher Schulformen, speziell auch der Gymnasien und der Förderschulen, gebeten worden, verstärkt auf die Karrieremöglichkeiten im Handwerk hinzuweisen. „Luft nach oben“, sieht Tischner auch noch bei der Integration von Migranten.

„Bei uns zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hin will.“

 „Bei uns zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hin will.“ Wenn die Sprachbarriere überwunden sei, gehe es nur noch darum, wie sich der Auszubildende in die Betriebsabläufe einfüge. „Wir sind ein Einwanderungsland – und waren es schon immer“, kann Tischner andere Argumentationen mit Hinweis auf eine mögliche Überbevölkerung nicht nachvollziehen. So fordert der Geschäftsführer auch für Flüchtlinge, die jetzt ihre Ausbildung beginnen Rechtssicherheit: „Die Asylverfahren müssen dann gestoppt werden.“ Und wenn sich diese jungen Menschen durchbeißen und ihre Lehrzeit erfolgreich beenden – „warum braucht es dann noch ein Asylverfahren?“, fragt Tischner. Kritischer sieht er dagegen die Kooperation mit Jugendlichen aus Spanien und Griechenland: „Die kommen gezwungenermaßen und mit viel Heimweh hierher.“ Bei ihnen müsste eine Integration anders gestaltet werden, hegt Tischner seine Zweifel am Erfolg dieses Projekts.

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