Heimatforscher erstellen erstes Flurnamenbuch
Bild: Kraneburg
Abendliche Signierstunde in Westbevern anlässlich der Vorstellung des neuen Flurnamenbuchs: (v. l.) Professor Dr. Paul Leidinger (Vorsitzender des Kreisgeschichtsvereins), Wolfgang Pieper (Bürgermeister Telgte), Mathilde Breuer (Stellvertretende Bürgermeisterin Ostbevern), Autor Josef Sickmann, Friederike von Hagen-Baaken (Vorsitzende Westbeverner Krink) und Heinz Schapmann (Geschäftsführer Westbeverner Krink).
Bild: Kraneburg

Jetzt wurde das umfangreiche Werk vom Kreisgeschichtsverein als Band 52 der „Quellen und Forschungen“ präsentiert.

Mit Josef Sickmann und Franz Drücker haben sich zwei Heimatliebende gefunden, denen eines gemein ist: Sorgfalt und Durchhaltevermögen. Als Drücker im vergangenen Jahr sein Häuserbuch von Westbevern (eine Zuordnung aller Familiennamen zu den Wohnstätten vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert) präsentierte, war die Vollendung des Flurnamenbuchs eine logische Konsequenz, die dank tatkräftiger Sponsoren nun verwirklicht werden konnte.

Mehr als 4100 Flurstücke und zahlreiche Flurnamen der Ortsteile Dorf, Vadrup und Ostbevern Brock (Brock gehörte ehemals zu Westbevern) finden sich in dem großformatigen Werk. Als Quellen dienten unter anderem die auf Karton gezeichneten preußischen Flurkarten von 1829 und 1830.

Damals, so erläuterte der Vorsitzende des Kreisgeschichtsvereins, Professor Dr. Paul Leidinger, wurde der Grundstein für eine moderne Staatsverfassung gelegt – für ein einheitliches Steuersystem. Beseitigt wurde durch die Flächenerfassung der Wildwuchs im Abgabenwesen und die Willkür einiger Steuereintreiber. Die Flurstücke wurden kartiert und nach ihrer Wertigkeit beziehungsweise Bodenqualität eingestuft – ihre Eigentümer mit entsprechendem Steuersatz belegt. Diese Aufzeichnungen sind ein Fundus von Namen, nicht nur von Familien in Westbevern, sondern auch von Gebietsbezeichnungen und Lage von Hofstellen, die fast in Vergessenheit geraten sind. Dr. Leidinger: „Eine Geschichte, die noch der Aufarbeitung bedarf.“

Hintergründe zum Thema erhalten Sie in der Freitagsausgabe auf der Seite „Kreis Warendorf“.

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