Internationale Klassen als Starthilfe
Deutsch lernen und und erste Erfahrungen in Handwerksberufen in den Werkstätten der Berufskollegs sammeln – das sind die Lerninhalte der internationalen Klassen.

„23 Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren besuchen diese Klasse, um Deutsch zu lernen und erste Erfahrungen in Handwerksberufen in den Werkstätten der Europaschule zu sammeln“, erläutert die Stellvertretende Schulleiterin des Warendorfer Berufskollegs, Inka Schweers. Aufgrund des unvermindert anhaltenden Flüchtlingsstroms wurde „im September auch am Berufskolleg Beckum eine Internationale Förderklasse geschaffen, die derzeit von 15 Schülern im Alter zwischen 18 und 40 Jahren aus Krisengebieten besucht wird“, berichtet Martin Groneick, Stellvertretender Schulleiter des Berufskollegs Beckum, der diese Klasse zugleich betreut. Auf dem Stundenplan stehen drei Tage Theorie, vornehmlich Deutschunterricht sowie ein Werkstatttag, je nach Interesse im Holz-, Metall- oder Hauswirtschaftsbereich. „Wer sich sprachlich behaupten kann, den versuchen wir anschließend in Ausbildung und Beruf zu bringen“, nennt Groneick das wichtigste Ziel, damit Integration gelingen könne. Der Bedarf an solchen speziellen Klassen, in denen es zunächst fast ausschließlich um den deutschen Spracherwerb geht, ist groß im Kreis Warendorf, betont Erwin Wekeiser, Leiter des Beckumer Berufskollegs: „Wir haben fast täglich von Städten und Kommunen Anfragen nach Schulplätzen, führen Gespräche mit jedem Flüchtling beziehungsweise Asylbewerber, um herauszufinden, wer wo am besten aufgehoben ist.“ Zum Teil würden die Flüchtlinge auch Vollzeitklassen besuchen. Während in Beckum laut Groneick „Mitte Dezember 2015 oder Anfang des nächsten Jahres“ eine zweite internationale Förderklasse eingerichtet werden soll, befindet sich das Warendorfer Berufskolleg in Warteposition. „Unsere Klasse ist voll, wir würden gern eine zweite Förderklasse einrichten. Dazu brauchen wir aber einen Lehrer mit der entsprechenden Qualifikation, Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten. Die Stelle ist ausgeschrieben“, sagt Inka Schweers. Sie verweist darauf, dass zahlreiche Lehrer derzeit erst entsprechend ausgebildet werden müssten.

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