Jede zweite Straftat wird aufgeklärt
Bild: Baumjohann
Im Kreis Warendorf lebt es sich verhältnismäßig sicher: Das geht aus der Kriminalstatistik 2015 hervor, die Landrat Dr. Olaf Gericke (l.) und Abteilungsleiter Polizei Christoph Ingenohl gestern im Kreishaus in Warendorf vorstellten.
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 Sorgen bereitet der Polizei allerdings die seit 2012 kontinuierlich steigende Zahl an Wohnungseinbrüchen. 2015 waren es 717 Fälle, 188 oder 35,54 Prozent mehr als noch 2014. Zudem ist die Aufklärungsquote von 16,45 auf 8,79 Prozent gesunken. „Wir haben es mit professionellen Tätern zu tun, die überörtlich tätig sind“, weiß Gericke. Dementsprechend gäbe es auch weniger Ermittlungsansätze. Dennoch habe die Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls hohe Priorität, unter dem Motto „weniger blitzen, mehr Präsenz zeigen“ seien die Beamten des Verkehrsdienstes seit November immer öfter in den Wohngebieten der Städte und Gemeinden des Kreises unterwegs. Zudem seien Sonderaktionen mit Beamten der Bereitschaftspolizei Münster geplant.

Wachsame Bürger

Wichtigste Hilfe sei aber nach wie vor der wachsame Bürger: „Melden sie verdächtige Beobachtungen unverzüglich über die Notrufnummer 110“, appellierte Dr. Gericke. Dass solche Meldungen zu Fahndungserfolgen führen können, konnte er auch mit Fallbeispielen aus dem Kreis belegen. Die Gesamtzahl der angezeigten Straftaten betrug im Kreis Warendorf 2015 14 577 und damit 19 weniger als im Vorjahr. Darunter finden sich ein Fall versuchten Totschlags, 66 Raubdelikte, 1285 Fälle von Körperverletzung, 217 Fälle häuslicher Gewalt und nicht zuletzt auch 131 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. 29 Vergewaltigungen (Aufklärungsquote 79,31 Prozent) wurden 2015 ebenso angezeigt wie 33 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern (Aufklärungsquote 81,82 Prozent).

Tatverdächtige nicht-deutscher Herkunft

Zugenommen hat 2015 die Zahl Tatverdächtiger nicht-deutscher Herkunft. „Unter den Flüchtlingen sind nicht nur Engel“, weiß Gericke und betont: „Wir verharmlosen das nicht.“ Sorgen bereitet dem Landrat die steigende Zahl von Fällen, bei denen Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet wird - 60 waren es 2015. „Das ist immer gepaart mit Alkohol- oder Drogeneinfluss“, weiß Abteilungsleiter Polizei Christoph Ingenohl. Am sichersten lebt es sich im Kreis Warendorf in Wadersloh, Beelen, Everswinkel und Sendenhorst, überdurchschnittlich viele Straftaten werden im kreisweiten Vergleich in Ahlen, Beckum und Oelde begangen

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