Jedes fünfte Kind muss zum Zahnarzt
Etwa 9000 Kinder haben Karsten Stewing (hier in der Josefschule in Warendorf) und Eva-Maria Gunderloch vom Zahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes im vergangenen Jahr untersucht.

 Mit Mundspiegel und einer kleinen Halogentaschenlampe inspiziert er die Zähne der jungen Patienten. Eine Mitarbeiterin notiert die Diagnosen auf dem Laptop. Karsten Stewing arbeitet für das Gesundheitsamt des Kreises Warendorf. An diesem Vormittag ist der Zahnärztliche Dienst in der Josefschule in Warendorf zu Gast. „Wir untersuchen alle Zweit- und Viertklässler – so sehen wir jedes Kind mindestens zweimal und können die langfristige Entwicklung seiner Zahngesundheit verfolgen“, erklärt Karsten Stewing. Außerdem gibt es Untersuchungen in Kindergärten. Bei etwa jedem fünften Kind wird festgestellt, dass eine anschließende Behandlung in einer Zahnarztpraxis erforderlich ist.

Ergebnis in einem Umschlag

Unabhängig vom Ergebnis der Untersuchung erhalten die Eltern das Ergebnis in einem Umschlag – verbunden mit der Empfehlung, einen Zahnarzt oder Kieferorthopäden aufzusuchen und mit einem Merkblatt zur Zahnpflege. „Trotz eines verbesserten Gesundheitsbewusstseins in Bezug auf Zahnpflege sind Untersuchungen an Schulen und in Kindergärten weiterhin sinnvoll“, berichtet Karsten Stewing. Eine aktuelle bundesweite Studie hat ergeben, dass nur etwa ein Drittel der Kinder von zweieinhalb bis sechs Jahren an zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. „Wenn meine Kollegin oder ich in die Schule oder in den Kindergarten kommen, ist das für viele Kinder der erste Kontakt mit einem Zahnarzt“, berichtet Stewing. Dass es bei den meisten Kindern keine großen Probleme gebe, sei erfreulich. „Das ist auch ein Ergebnis der verbesserten Prophylaxe und Früherkennung, zu der wir einen Beitrag leisten“, so der Zahnarzt. Ein kleiner Teil der Heranwachsenden hat kariöse Zähne. „Diese Kinder und vor allem ihre Eltern sprechen wir gezielt an und ermutigen sie zum Mitmachen bei der Vorsorge“, erläutert Karsten Stewing. Die in den Schulen erhobenen Daten fließen anonymisiert in die landesweite Statistik ein und geben Auskunft über den Zustand der Kinderzähne im Kreis und im Land NRW. Damit dienen sie auch als Planungshilfe für die Gesundheitspolitik.

SOCIAL BOOKMARKS