Jetzt Strafzinsen auf Kreisguthaben
Verkehrte Welt: Jetzt muss auch der Kreis Warendorf bei der Sparkasse Münsterland Ost Strafzinsen auf Guthaben zahlen – 0,5 Prozent für Kontostände von mehr als zehn Millionen Euro.

Das trifft die Kreisverwaltung direkt, die finanziell noch nie so gut dagestanden hat wie zurzeit. Im vergangen Jahr belief sich der Gesamtbetrag an liquiden Mitteln zeitweise auf mehr als 36 Millionen Euro. Zusätzlich bestand noch ein Sparkonto, auf dem sich weitere zehn Millionen Euro befanden. Auch andere Kommunen im Kreis Warendorf sind mit Strafzinsen für ihre Guthaben konfrontiert. So muss die Stadt Warendorf ebenfalls 0,5 Prozent zahlen, wenn ihr Kontostand auf mehr als sechs Millionen Euro steigt.

Eigentumsanteile als Maßstab

Die Unterschiede bei der Freibetragsgrenze richtet sich laut Pressestelle des Kreises nach Größe der Finanzhaushalte und Eigentumsanteilen an der Sparkasse. Nun liegt nicht alles Geld des Kreises auf Konten der Sparkasse Münsterland Ost. Auch bieten andere Kreditinstitute andere Konditionen. So nimmt eine andere Bank aus dem öffentlichen Verbund nur 0,25 Prozent Strafzinsen, allerdings schon bei einem Guthaben von mehr als einer Million Euro. Als Privatbank ist die Postbank im Spiel – aber nur weil darüber die Abwicklung der Barschecks vom Jobcenter erfolgt.

„Nahezu pervers“

Kreiskämmerer Dr. Stefan Funke hatte die Situation schon vor dem Jahreswechsel gebrandmarkt: „Strafzinsen sind nahezu pervers – das ist verkehrte Welt“, hatte er sich damals geäußert. Diese verkehrte Welt ist in der Kreiskämmerei jetzt Realität. Amtsleiterin Ulrike Kleier und ihr Team von der Kreiskasse verwalten die Konten derweil, indem sie Geld von A nach B verschieben, „ohne dass uns die Strafzinsen zu sehr weh tun“. Das erfordere zwar nicht wesentlich mehr Arbeit, allerdings eine erhöhte Aufmerksamkeit. Ganz vermeiden lassen sich die Negativzinsen allerdings nicht. Rund 50 000 Euro sind im aktuellen Finanzplan des Kreises für derartige „Sonderzahlungen“ vorgesehen.

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