Jobcenter hat gesamte Familie im Blick
Jobcenterleiter Dr. Ansgar Seidel begrüßte mehr als 30 Vertreter von regionalen Bildungs- und Beschäftigungsträgern zur Bildungsträgerkonferenz im Kreishaus.

 Martin Hanewinkel, Sachgebietsleiter im Jobcenter, erläuterte den Anwesenden die Strategien und Schwerpunkte des Jobcenters für das Jahr 2018. „Die Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit bleibt das zentrale Instrument, um Leistungsbezug zu verringern oder zu beseitigen. Aber sie reicht vielfach nicht aus, um Langzeitleistungsbezug der Bedarfsgemeinschaften zu beenden oder zu vermeiden“, sagte Hanewinkel. Zentrale Ausgangsfragen bei der Betreuung der Bedarfsgemeinschaften wie „Welches Mitglied der Bedarfsgemeinschaft kann welchen Beitrag zur Verringerung und bestenfalls Beendigung des Leistungsbezuges beitragen? Wie kann eine familiengerechte Förderung erfolgen? Wie können Kinder angemessen gefördert werden, damit ihre Chancen auf ein eigenverantwortliches Leben unabhängig von staatlichen Fürsorgeleistungen steigen?“ müssten daher in den Blick genommen werden. „Bildung und soziale Teilhabe ist besonders für Kinder ein wichtiger Baustein für den späteren beruflichen Integrationsprozess“, erläuterte Hanewinkel weiter. „Wir sind mit vielen Partnern gut vernetzt und besprechen das Thema mit den Erziehungsberechtigten. Nur so können wir auf bestehende Unterstützungsangebote im Kreis hinweisen und eine Lotsenfunktion übernehmen.“ Personen, die bereits lange im Leistungsbezug sind, sollen vermehrt in öffentlich geförderte Beschäftigungsverhältnisse vermittelt werden, um ihnen eine soziale Teilhabe zu ermöglichen. Bei der Integration von Flüchtlingen setzt das Jobcenter auf eine dauerhafte und möglichst existenzsichernde Integration in den Arbeitsmarkt. „Die Praxis zeigt, dass die kurzfristige Integration nicht immer zielführend ist, weil fundamentale Voraussetzungen wie Sprachkenntnisse oder eine marktgerechte Qualifikation fehlen“, führte Seidel aus. Ein hoher Stellenwert kommt der Digitalisierung im Jobcenter zu. Derzeit werden zunächst interne Prozesse digitalisiert, um in einem weiteren Schritt in der Kommunikation mit Leistungsberechtigten, Arbeitgebern und Trägern verstärkt digitale Möglichkeiten zu nutzen. Seidel appellierte hierbei an die Bildungsträger, sich den Herausforderungen der digitalen Weiterbildung für Leistungsberechtigte zu stellen.

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