Jobcenter stürzt auf der Rangliste ab
Nicht das Ranking, sondern die erreichte Nachhaltigkeit bei der Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt könnte in Zukunft die Messlatte für das Jobcenter des Kreises sein.

Ein ungewohntes Bild: Bewegte sich das Amt, das Langzeitarbeitslose im Kreis Warendorf betreut, in der Vergangenheit in Sachen Zielerreichung beispielsweise bei der Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt häufig im oberen Drittel der 53 Einrichtungen in NRW, so steht das Jobcenter in dieser Kategorie diesmal nur auf den Plätzen 51 und 47. Bei der Integrationsquote reichte es für Platz 13, beim durchschnittlichen Bestand an Langzeitleistungsbeziehern steht man im Ranking auf Platz zehn. Gemessen werden allerdings immer nur die Veränderungen zum Vorjahreszeitraum – ausgehend von einer falschen Basis, waren diese dann erheblich. „Es ist nicht mehr so einfach, Langzeitarbeitslose zu vermitteln“, beschrieb Petra Schreier das generelle Problem. Im August betreute das Jobcenter 16 185 Personen in 7857 Bedarfsgemeinschaften.

Schlechter Jahresauftakt

Das Jahr hatte durch den nicht enden wollenden Winter schlecht begonnen, da sich die Leistungsempfänger des Jobcenters häufig in Bereichen betätigen, in denen ungelernte Arbeiter gebraucht werden. Wenn es kriselt, spürt man es dort sofort. Petra Schreier: Es trifft immer zuerst die Helferbereiche.“ Deshalb bemühe man sich auch schon seit längerem um mehr Qualifizierung für die Arbeitslosen, die damit bessere Chancen auf eine längerfristige Beschäftigung bekämen. Kreisdirektor Dr. Heinz Börger überlegte öffentlich, vielleicht mittelfristig auch umzusteuern, auf die ganz „schweren Fälle“: „Dann brechen zwar unsere Statistiken zusammen, aber es macht mehr Sinn als die Orientierung an Bundesligatabellen.“ Wenn man von der Politik den Rückhalt dafür bekomme, würde man das gerne machen, so Petra Schreier. Im Ministerium sei das bereits erkannt worden. Die Integrationsquote sage wenig über die Qualität der Arbeit aus. So ganz vom Ranking verabschieden will sich Markus Diekhoff (FDP) aber nicht: „Es stellt eine Vergleichbarkeit her, an der auch abzulesen ist, wo das Jobcenter steht.“ Vielleicht, so Kreisdirektor Dr. Heinz Börger, müssten die Zahlen aber anderes bewertet werden: „Integrationsquoten sind nicht so wichtig wie Nachhaltigkeit.“

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