Jugend Appetit aufs Handwerk machen
Bild: „Aktion Modernes Handwerk“
Dringend im Kreis Warendorf gesucht: Nachwuchs für das Lebensmittelhandwerk.
Bild: „Aktion Modernes Handwerk“

 „Die Bewerberzahlen gehen seit einigen Jahren zurück“, bedauert Hubertus Diepenbrock, Obermeister der Bäcker-Innung Warendorf. Dabei hat die Lebensmittelbranche für Nachwuchskräfte einiges zu bieten. „In kaum einer Branche ist die Kluft zwischen der Nachfrage und dem Angebot an qualifizierten Nachwuchskräften so groß“, sagt Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Wer sich für eine Ausbildung in einem der Lebensmittelhandwerke entscheidet, habe beste berufliche Perspektiven. Doch auch die Arbeitgeber sind gefragt, ihrem Nachwuchs Appetit aufs Handwerk zu machen. Das weiß auch Hubertus Diepenbrock. „Wir müssen die jungen Menschen davon überzeugen, dass wir ein tolles Produkt herstellen“, sagt er. Die Lebensmittelbranche biete vielfältige interessante Tätigkeiten und beste Entwicklungsmöglichkeiten. „Und das sowohl für Hauptschüler als auch für Realschüler und Abiturienten“, betont der Obermeister. Denn angesichts deutlich zunehmender Betriebsgrößen böten viele Unternehmen in der Branche gute Aufstiegsmöglichkeiten und leitende Tätigkeiten. „Auch der technische Anspruch steigt“, so Hubertus Diepenbrock. Ähnliche Erfahrungen wie der Bäckermeister hat auch Ralf Swonke gemacht. Der Obermeister der Fleischer-Innung Warendorf setzt in seinem Fleischer-Fachgeschäft Horst Wende in Ahlen zwar immer noch auf die Ausbildung, „aber es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, junge Menschen für den Fleischerberuf zu gewinnen“, so Swonke. Er sieht die Gefahr, dass das lange vergebliche Suchen nach geeignetem Berufsnachwuchs so manche Fleischerei resignieren lässt und noch mehr Ausbildungsplätze im Fleischerhandwerk dadurch verloren gehen. Gerade weil sich die Verbraucher immer mehr für die Qualität der Lebensmittel interessieren, darin sind sich beide Obermeister einig, haben die Nahrungsmittelhandwerke die Aufgabe, für Qualität und Nachhaltigkeit zu sorgen. Dieser Aspekt wird bei den Jugendlichen zu wenig beachtet, wenn sie einen Beruf suchen, in dem man kreativ sein kann, mit Menschen zu tun hat, sich neuen technologischen Ansprüchen stellen muss und Verantwortung tragen möchte.

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