Katasteramt macht einen Quantensprung
Alle Hände voll zu tun hat Bettina Blömker an ihrem Alkis-Arbeitsplatz im Kreishaus. Der Datenaustausch zwischen Behörden, Bürgern und der Wirtschaft wird durch internationale Normen vereinfacht.

Bisher wurden die Daten über Eigenschaften und Größen der Grundstücke und die digitale amtliche Liegenschaftskarte in zwei Programmsystemen geführt. Durch die Einführung des Informationssystems Alkis gibt es nur noch ein System. Aufgrund der Zusammenführung aller Daten des Liegenschaftskatasters sind komplexe Abfragen unter Angabe von räumlichen, inhaltlichen und zeitlichen Kriterien möglich. Der Datenaustausch zwischen Behörden, Bürgern und der Wirtschaft wird durch internationale Normen und Standards deutschlandweit vereinheitlicht und vereinfacht.

Deshalb wird dieses System auch bis 2012 in ganz NRW eingeführt. Das Alkis ist auch ein wichtiger Baustein im Rahmen des Gesamtkonzepts einer elektronischen Verwaltung (eGovernment). Die Umstellung kann nicht mit der Installation eines Betriebssystems auf einen PC verglichen werden. Für das gesamte Kreisgebiet mit 13 Gemeinden und einer Fläche von 1317 Quadratkilometern mussten rund 180 000 Flurstücke mit zwei Millionen Gebäude- und Grenzlinien nach Alkis übertragen werden.

Diese Umstellung war keinesfalls ein einfacher Weg. Mit einer mehrjährigen Vorbereitungsphase arbeitete das Katasteramt Warendorf an der Sache. Die Programme wurden gemeinsam mit anderen Katasterämtern im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung beschafft und vom Land NRW auf ihre Eignung hin geprüft.

Mit Informationsveranstaltungen und Schulungsprogrammen wurden zudem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Arbeit mit dem neuen System vorbereitet. Während der Systemumstellung auf Alkis konnten für einen Zeitraum von fast vier Monaten keine neuen Flurstücke im Informationssystem gebildet werden.

Allerdings sei die neue Software auch heute noch nicht so fehlerfrei und so benutzerfreundlich, wie sie sein sollte, was einen hohen Arbeitsaufwand verursache, heißt es aus dem Kreishaus. Beides zusammen habe zu Rückständen bei der Übernahme von Vermessungsergebnissen in das Liegenschaftskataster geführt. Obwohl der Kreis alle Kräfte einsetzé, ließen sich Bearbeitungszeiten nicht kurzfristig auf Normalmaß reduzieren.

Notgedrungen müsse das Katasteramt Prioritäten setzen. So w´ürden zum Beispiel Grundstücksvermessungen, die für Investitionen zwingend erforderlich seien, vorrangig bearbeitet. Gleiches gelte für Vermessungen, bei denen durch Verzögerungen erhebliche wirtschaftliche Schäden entstehen können. Der Kreis bittet daher Grundstückseigentümer um Verständnis für die derzeit unbefriedigende Situation.

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