Kindertagespflege soll sich besonders lohnen
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Es wird immer schwieriger, Kindertagespflegepersonen zu gewinnen, die zu ungünstigen Zeiten Kindertagespflege anbieten. Der Bedarf von Familien ist dagegen gleichwohl gegeben. Um hier eine Angebotsausweitung zu erreichen, sollen diese Betreuungszeiten finanziell besser gefördert werden. 
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Eine Erhöhung der Förderleistung bei Betreuungen zwischen 5 und 7 Uhr sowie zwischen 18 und 22 Uhr sehen die „Richtlinien zur Förderung von Kindern in Kindertagespflege“ vor, die der Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien des Kreises am Montag einstimmig verabschiedet hat.

20 Prozent mehr Zuschuss in den Randzeiten

„Wir hoffen, mehr Tagespflegepersonen zu gewinnen, die auch in den Randzeiten betreuen“, machte Susanne Darpe den Ausschussmitgliedern deutlich. Eine Erhöhung des Zuschusses um 20 Prozent soll bei Betreuungen an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen gezahlt werden. Solche Betreuungen kämen aktuell aber selten vor, so Darpe weiter. 

Die Anmietung von Räumen für Kindertagespflege will der Kreis zukünftig mit bis zu 300 Euro pro Monat unterstützen, auch der Landeszuschuss von 2073 Euro pro Kindergartenjahr für die Betreuung von Kindern mit Inklusionsbedarf soll an die Tagespflegepersonen weitergeleitet werden.

Fünf Euro pro Kind für die Bildungsarbeit

Ebenfalls erhalten sie zukünftig wöchentlich fünf Euro pro Kind, für mittelbare Betreuungs- und Bildungsarbeit, also beispielsweise für die Reflexion der Entwicklungsprozesse der Kinder oder die Vorbereitung und Durchführung von Elterngesprächen. Das alles sei im aktuellen Haushalt schon berücksichtigt, erläuterte Susanne Darpe.

Neue Richtlinien für Qualifizierung

Erhöht werden sollen demnächst auch die Anforderungen an neues Kindertagespflegepersonal. Die Grundqualifizierung soll zukünftig 300 Unterrichtseinheiten sowie zusätzlich 80 Stunden Praktikum und rund 140 Selbstlerneinheiten umfassen. Die Rahmenbedingungen dafür habe das Kreisjugendamt mit den Jugendämtern in Ahlen, Beckum und Oelde abgestimmt, einen ersten Kursus nach diesen Vorgaben soll das Mütterzentrum durchführen, erläuterte Anke Frölich dem Ausschuss. 

Erleichterungen für Eltern

Für die Eltern, die ihre Kinder von Tagespflegepersonen betreuen lassen, bringen die neuen Richtlinien Erleichterungen mit sich. Bis zu einer wöchentlichen Betreuungszeit von 35 Stunden werden zukünftig keine Nachweise zur Notwendigkeit mehr erforderlich sein – analog zur Regelung, die schon jetzt in Kindertageseinrichtungen gilt.

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