Kindeswohl nicht stärker gefährdet
Ein Anstieg der konkreten Fälle von Kindeswohlgefährdung im Kreis Warendorf ist auch nach der jüngsten Statistik des Landesamtes nicht feststellbar.

 198 Vorgänge waren es demnach 2012, 231 im vergangenen Jahr. „Es handelt sich hierbei um eine Erweiterung der statistischen Erhebung“, erläutert Rüting. Sei bisher nur das Kind erfasst worden, bei dem die Situation problematisch war, so würden jetzt gleich auch die Geschwisterkinder mitgezählt. Rüting: „In der Summe ergibt das keinen signifikanten Sprung bei den Fallzahlen.“ Kinder wochenlang in unordentlicher Kleidung, ohne Schulbrot oder gar häufig mit blauen Flecken – das sind Indizien, die Mitbürger veranlassen, sich mit einem Hinweis an die Behörden zu wenden. Die Anrufe kommen aus Schulen und Kindertagesstätten, von der Polizei und häufig auch von Verwandten oder Bekannten der betroffenen Familien. Besonders Letzteres sei sehr ernst zu nehmen, betont Wolfgang Rüting, denn bei verwandtschaftlichen Verhältnissen sei die Hemmschwelle, sich zu melden, häufig besonders hoch: „Dann sind es beispielsweise die Großeltern, die sich die Situation lange genug angeschaut und gemerkt haben, es ändert sich nichts.“ Vier bis fünf Schutzmeldungen gibt es im Kreis Warendorf pro Woche – aber nicht alle fließen in die Statistik ein. „Wir gehen jedem Hinweis auf Kindeswohlgefährdung nach – kommen aber unter fachlicher Betrachtung auch mal zu einer anderen Bewertung der Situation“, so Rüting. So weist die Statistik auch 66 Fälle (von 231) aus, in denen weder Kindeswohlgefährdung, noch Hilfebedarf festgestellt werden konnte. Allerdings, und das betont Wolfgang Rüting auch, sei man dringend auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen – denn in 70 Prozent der Fälle läge eine Situation vor, bei der man genauer hinschauen müsste. Und dort weist die Statistik sogar einen leicht positiven Trend für den Kreis Warendorf aus. Waren es 2012 40 Fälle, in denen akute Kindeswohlgefährdung festgestellt worden sei, so wurden für 2013 nur 39 registriert. Am häufigsten von schwierigen Situationen betroffen sind Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren.

SOCIAL BOOKMARKS