Kirche in Telgte wird entweiht
Bild: Ebert
1964 wurde die Johanneskirche in Telgte ihrer Bestimmung übergeben. Gespräche zwischen Befürwortern und Gegnern brachten in der Vergangenheit keine Annäherung: Jetzt hat der münstersche Bischof Felix Genn die Profanierung für den 24. Juni schriftlich angekündigt.
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In einer letzten Eucharistiefeier soll die Profanierung vollzogen werden. Dieser Prozess beinhaltet die Entweihung der Kirche und Entfernung vorhandener Reliquien. „Der Gemütszustand der Gemeindemitglieder reicht von fassungslos bis wütend“, sagte ein Sprecher des Initiativkreises „Erhaltet die Johanneskirche“ gegenüber der „Glocke“. Nach „eingehender Prüfung“ sei er zu der Überzeugung gekommen, den „Beschluss aufrecht zu erhalten“, schreibt Bischof Genn in einem Brief an die Propsteigemeinde St. Marien. Er hoffe, dass eine gottesdienstliche Feier die Möglichkeit biete, die Tränen, den Schmerz, die Trauer, die manche empfinden, wie auch die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft in das Gebet der Kirche hineinzunehmen, schreibt Genn. Vor Monaten hatte das Vorhaben, die Johanneskirche abreißen zu wollen, in Telgte zu heftigen Diskussionen geführt. Ein Beschluss des Telgter Rates hatte das 1964 eingeweihte Gotteshaus zeitlich begrenzt unter Denkmalschutz gestellt.

Proteste

 Der Initiativkreis hatte eine Unterschriftenaktion in Gang gesetzt. Auf Dauer sei es nicht möglich, alle Kirchen im Bistum zu erhalten oder so umzubauen, dass sinnvolle und wirtschaftlich vertretbare Lösungen entstünden, hatte der Bischof in Gesprächen argumentiert. Darüber hinaus unterstrichen die projektierten Neubauvorhaben von Pfarrheim und Kindergarten in der Pfarrgemeinde St. Johannes, dass sich die Kirche nicht zurückziehen wolle. „Ich möchte, dass die Einheit der Gemeinde gewahrt bleibt“, schreibt Bischof Felix Genn. Welche Nutzungsveränderung in der profanierten Kirche möglich sei, werde untersucht und dabei alles getan, durch eine „pastoral kluge Konzeption kirchliches Leben zu erhalten“. Unterdessen ist ein Verfahren für eine dauerhafte Unterschutzstellung des Gebäudes in die Wege geleitet. Der Initiativkreis kündigt Reaktionen an.

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