Kolping sammelt Altkleider und Papier
Foto: D. Reimann
Marco Laumann schichtet im Transporter die Altkleidersäcke, die die Füchtorfer bei ihm abgegeben haben.
Foto: D. Reimann

Samstag, 12.30 Uhr vor der Reithalle Füchtorf: Der Wind pfeift Marco Laumann, Oliver Laumann und Alexander Kahle kräftig um die Ohren. Mit leicht eingezogenen Schultern sitzen die drei jungen Kolpingbrüder an einem Tisch, den sie vor dem Altpapiercontainer positioniert haben.

Mitanpacken hilft gegen Wind und Kälte

Dort suchen sie Schutz vor den kalten Böen, denen sie mit warmem Kaffee entgegenzuhalten versuchen. Noch lieber ist ihnen jedoch, wenn wieder Kundschaft kommt, wenn sie wieder beim Entladen der Kofferräume helfen, kisten- und kartonweise Altpapier in den Container werfen und Altkleidersäcke annehmen und sauber im Anhänger stapeln können. Dann wird ihnen wieder warm.

Warm ums Herz wird auch dem Vorsitzenden der Füchtorfer Kolpingsfamilie, Josef Obermeyer, wenn er Bilanz zieht über die Altkleider- und Altpapiersammlung, die die Kolpingsfamilie am Samstag durchgeführt hat.

„Auf die Füchtorfer ist wie immer Verlass“

„Es ist alles super gelaufen, auf die Füchtorfer ist wie immer Verlass“, freut sich Obermeyer über die zahlreichen Füchtorfer, die am Samstag mal eben ins Auto oder aufs Fahrrad gestiegen sind, um überflüssige Kleidungsstücke und Altpapier an der Reithalle abzugeben.

Dass so viele Anwohner das Angebot wahrnehmen, sei nicht selbstverständlich, erklärt der Kolpingbruder. „Wir sind schließlich sonst mit sechs bis sieben Autos kreuz und quer in Füchtorf herumgefahren, um die Tüten und Kartons vor den Häusern abzuholen.“

Wie bei der vorigen Sammlung im Mai, kam jetzt wegen Corona erneut Plan B zum Einsatz. Dieser sah vor, dass die Leute ihre Altkleider und das Altpapier selbst zur Sammelstelle vor der Reithalle bringen. „Lediglich bei denen, die nicht kommen konnten, haben wir die Sachen abgeholt“, so Obermeyer.

Oliver Laumann (v.l.), Josef Obermeyer und Alexander Kahle suchen vor dem Altpapiercontainer Schutz vor dem kalten Wind.

Wie er weiter sagte, sei die jetzige Handhabung für die Organisatoren „eine große Erleichterung“. Von daher könne es sehr wohl sein, dass auch nach Corona an der Neuregelung, die Altkleider und das Altpapier an einer zentralen Stelle abzugeben, festgehalten werde.

Dass die Füchtorfer sich nun selbst auf den Weg machen mussten, schien niemanden zu stören. „Es hat sich keiner beschwert“, erklärte Marco Laumann. Ganz im Gegenteil. Viele „Lieferanten“ hätten das Zusammentreffen an der Sammelstelle gern für einen kurzen Plausch genutzt.

Die Laumannbrüder und Alexander Kahle bildeten am Samstagmittag die zweite Schicht, die sich um die Annahme kümmerte. „Der große Ansturm ist vorbei, die meisten kamen gegen elf Uhr“, berichteten sie.

Vereine und Organisationen profitieren von der Sammel-Aktion

Während der Altpapiercontainer um 12.30 Uhr schon so gut wie voll war, zeigte sich im Anhänger für die Altkleider noch Platz. „Wir haben aber nicht etwa weniger, sondern genauso viel gesammelt wie vor Corona auch“, erklärte Obermeyer zufrieden.

Wie er sagte, werden die Sammlungen in Zusammenarbeit mit Kolping Recycling durchgeführt. Das zum Kolpingwerk zählende Unternehmen stelle die Container und den Anhänger, hole diese wieder ab und verrechne anschließend das Sammelgut. Auch wenn die Preise für Altpapier aufgrund der Importbeschränkung asiatischer Länder stark gesunken sind – ein ähnlicher Preisverfall herrscht bei den Altkleidern – wird die Kolpingsfamilie nach Worten Obermeyers an den Sammlungen festhalten.

„Besser wenig als gar nichts und am Ball bleiben“ ist die Devise des Vorsitzenden. Dessen Haltung dürfte auf große Zustimmung vieler Vereine und Organisationen treffen. Schließlich haben diese in der Vergangenheit stets von den Erlösen der Sammlungen profitiert.

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