Krankenhäuser fordern Rettungsschirm
Krisengespräch zwischen Krankenhäusern und CDU-Politikern: (oben, v. l.) Anja Rapos,, Reinhold Sendker (MdB), Burkhard Nolte, (Mitte, von l.) Letizia Dieckmann, Dr. Stephan Pantenburg, (unten, v. l.) Henning Rehbaum (MdL), Michael von Helden, Peter Goerdeler und Vanessa Richwien.

Aufgrund der hohen Inzidenzzahlen gibt es seit Mitte November 2020 wieder die Möglichkeit für Krankenhäuser, unter bestimmten Bedingungen Ausgleichszahlungen für die wirtschaftlichen Schäden zu erhalten.

Hohe Covid-Behandlungslast zu tragen

„Und obwohl besonders die Stadt Ahlen seit der zweiten Corona-Welle mit Werten zum Teil über 300 die höchsten Inzidenz- und Corona-Fallzahlen im Kreis vorweist, stellen wir fest, dass die Bedingungen zum Erhalt der nötigen Ausgleichszahlungen für das St.-Franziskus-Hospital Ahlen und die übrigen Häuser im Kreis nur sehr schwer zu erfüllen sind. Darüber hinaus sind die Kriterien alles andere als passgenau und erreichen keineswegs zuverlässig diejenigen Häuser, die eine entsprechend hohe Covid-Behandlungslast zu tragen haben“, erläutert Anja Rapos, Geschäftsführerin des St.-Franziskus-Hospitals.

Bislang habe das St.-Franziskus-Hospital rund 1400 Fälle mit Verdacht auf Corona isoliert und behandelt, bei knapp 300 Patienten habe sich der Covid-19-Verdacht bestätigt und der weitere Behandlungsverlauf mit entsprechend hohem Aufwand fortgesetzt.

Hoher hygienischer und personeller Aufwand

 „Auch unser Hospital hat spezielle Schutzmaßnahmen vom Eingangsscreening, über die Einrichtung einer Isolierstation bis hin zur Intensivstation umgesetzt und das ganze Jahr hindurch in besonderem Umfang die qualifizierte Versorgung von Covid-Patienten sichergestellt“, ergänzt Dr. Stephan Pantenburg, Geschäftsführer des Marienhospitals Oelde. Alle Fälle, sowohl jeder Verdachtsfall als auch bestätigte Fälle würden in den Kliniken mit hohem hygienischem und personellem Aufwand isoliert und somit mehr Kapazitäten und Ressourcen als im Normalbetrieb binden.

Belegungs- und somit auch Erlösrückgang zwischen 20 und 30 Prozent

Die Einhaltung der RKI-Vorgaben beschränkt zusätzlich die Kapazitäten zur Behandlung von anderen Krankheitsbildern. Insgesamt verzeichnen die Häuser einen Belegungs- und somit auch Erlösrückgang zwischen 20 und 30 Prozent. Auch das Elisabeth-Hospital in Beckum, das Marienhospital in Oelde sowie das Josephs-Hospital in Warendorf kämpfen mit Patientenrückgängen und den unzureichenden Ausgleichszahlungen des Gesundheitsministeriums.

Spitzenverbände um eine Liquiditätssicherung bemüht

„Seit Monaten haben wir uns in Berlin über unsere Spitzenverbände um eine Liquiditätssicherung bemüht – leider vergeblich. Uns geht es nicht darum, unsere Krankenhäuser zu bereichern, sondern uns wirtschaftlich zu sichern“, ergänzt Vanessa Richwien, Kaufmännische Direktorin im St. Elisabeth-Hospital in Beckum. Alle gemeinsam machen sich für einen Rettungsschirm 2021 stark.

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