Krippenausstellung stimmt aufs Fest ein
Bild: Engelbrecht
Am Samstag, 10. November, eröffnet die Krippenausstellung im Religio, dem Westfälischen Museum für religiöse Kultur in Telgte. Leiterin Anja Schöne freut sich darauf, den Besuchern 124 Arbeiten präsentieren zu können, sowohl traditionelle als auch moderne.
Bild: Engelbrecht

Rechts fällt der Blick auf die klassische Krippe mit Jesus, Maria und Josef im Stall. Links starren dem Besucher schräge, bunte Vögel mit wildem Haar und Knopfaugen entgegen, und in der Mitte ist zwischen Stelen eine politische Botschaft zu lesen. Wer die Krippenausstellung im Religio betritt, weiß direkt, was auf ihn zukommt. Eine Mischung aus Tradition und Moderne, Klassikern und innovativen Arbeiten.

„Zur Krippe her kommet“ ist das Motto

Unter dem Motto „Zur Krippe her kommet...“ sind ab heute insgesamt 124 Arbeiten von rund 90 Künstlern zu sehen. Und diese könnten unterschiedlicher nicht sein. Von Kindergartenkind bis Rentner, von Stammgast bis Neuzugang, von Laie bis professioneller Künstler ist alles dabei.

Für Leiterin Anja Schöne ist die größte Herausforderung, alle Arbeiten in eine Struktur zu bringen. Dabei legt sie besonderen Wert darauf, zwischen der Vielzahl an modernen Werken immer wieder klassische zu platzieren. „Wir bleiben eine traditionelle Krippenausstellung“, betont sie.

„Hier durchzugehen ist einfach ein schönes Erlebnis“

Ebenso wichtig ist es ihr, Atmosphäre in die Räume zu bringen. Farbige Höhepunkte setzen einige eigens für die Ausstellung orange gestrichen Wände. Die Beleuchtung und die Tannenbäume tun ihr Übriges. „Hier durchzugehen ist einfach ein schönes Erlebnis“, sagt sie, während sie ihren Blick durch den Raum schweifen lässt.

Moderne und klassische Arbeiten

Start der Ausstellung ist im neuem Religio-Gebäude. Und dort wartet gleich einer der Höhepunkte auf die Besucher, dessen Sinn sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Denn zwischen den zahlreichen Bildern, Schriftzügen und Schildern von „Treffen in Telgte“ gibt es viel zu entdecken. „Auf den Stelen fügt sich die gesamte Menschheit zusammen“, klärt Anja Schöne auf. „Doch nicht nur die Guten, auch die Bösen wie Rassisten und Kriegstreiber sind dabei.“ Die Botschaft dahinter: Gott unterscheidet nicht. Er hat alle lieb. Auf der Plattform wird der Konsum der Menschheit in Frage gestellt und damit betont: Zum Christsein gehört auch eine gerechte Verteilung.

Motto ganz verschieden umgesetzt

Auf die Mottofrage „Wer kommt alles zur Krippe?“, hat eine Schulklasse aus Münster eine klare Antwort: „Alle sind willkommen – auch schräge Vögel“. Aus verschiedenen Textilien haben sie allerlei verrückte Figuren geschaffen und zu einem Gesamtkunstwerk vereint. Im alten Gebäude werden die Besucher eine Arbeit wohl gleich wiedererkennen. Die interaktive Krippe von Christian Nachtigäller ziert das Plakat zur Ausstellung. Wer sie sehen will, muss an der Kurbel drehen. Dann leuchtet ein Licht auf und lässt Maria, Josef und Jesus sichtbar werden.

Mehr lesen Sie in unserer Ausgabe vom 10. November.

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