Landrat stellt sich hinter seine Polizei
Foto: Kreis Warendorf
„Ich gehe davon aus, dass meine Mannschaft gesetzestreu und aufrichtig ist“, hat am Montag der Warendorfer Landrat und Polizeichef Dr. Olaf Gericke in einer Stellungnahme zu den Ermittlungen gegen rechte Umtriebe bei der Polizei in NRW erklärt.
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Die Vorfälle bei der Polizei in Essen erschüttern auch den Kreis Warendorf. 30 Polizeibeamte, hauptsächlich aus dem Polizeipräsidium Essen, sind aktuell vom Dienst suspendiert. Ihnen wird vorgeworfen, Mitglied in mindestens fünf privaten Chatgruppen mit rechtsextremistischen Inhalten zu sein.

372 Polizisten erhalten Rückendeckung

Im Kreis Warendorf sind 436 Menschen bei der Polizei beschäftigt, davon 372 Polizisten. Als Chef der Polizei stellt sich Landrat Dr. Olaf Gericke (CDU) jetzt vor seine Beschäftigten. „Ich gehe davon aus, dass meine Mannschaft gesetzestreu und aufrichtig ist. Seit dem Sommer 2020 sind zwei Kollegen als Extremismusbeauftragte benannt. Weder die Extremismusbeauftragten noch die Führungskräfte oder ich haben Kenntnis von solchen Chats wie in Essen innerhalb der Kreispolizeibehörde Warendorf“, erklärt Gericke in einer Mitteilung.

„Ich teile die Auffassung von Innenminister Herbert Reul, dass es definitiv zu viele Fälle sind, um von Einzelfällen zu sprechen, und trotzdem zu wenige, um von einem strukturellen Problem zu sprechen. Die beschämenden und unerhörten Vorgänge in Essen sollten nicht dafür sorgen, dass die Polizei unter Generalverdacht gesetzt wird“, betont der Warendorfer Landrat.

Innenminister informiert Landrat

Innenminister Herbert Reul habe ihn und die anderen Behördenleiter in Nordrhein-Westfalen persönlich am Mittwoch über die Ermittlungen und Disziplinarverfahren informiert, berichtete Gericke weiter. „Ich unterstütze ausdrücklich den Innenminister bei seinem klaren Vorgehen gegen solche Tendenzen. Es ist richtig, alle Fakten auf den Tisch zu legen und entschieden gegen diese Mitarbeiter zu ermitteln.“

Dass Extremismus in jeglicher Form bei der Polizei nichts verloren hat, betont auch Christoph Ingenohl, Abteilungsleiter der Kreispolizei Gütersloh, in einer schriftlichen Stellungnahme.

Auch im Nachbarkreis ist man erschüttert

Ingenohl habe sich bereits persönlich an seine Beamten gewandt. Auf sie kämen schwere Zeiten zu. „Sie alle werden mit den Vorwürfen konfrontiert werden. Das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit jedes einzelnen Polizisten ist erschüttert“, so Ingenohl, der klarstellt: „Personen, die solche Bilder verbreiten oder über das Verbreiten schweigen, dürfen keine Polizisten mehr sein.“

Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer.

Tief betroffen über die Vorfälle in Essen zeigt sich auch Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer. „Von einem solch menschenverachtenden, widerwärtigen Verhalten innerhalb der nordrhein-westfälischen Polizei zu hören, erschüttert mich“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Adenauer begrüße die klare Kante des Innenministers: „Rechtsextremisten haben innerhalb der Polizei nichts zu suchen.“

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