Landwirte wollen mehr Geld für Tierwohl
Bild: Oelgemöller
Knapp 50 Landwirte aus der Region taten vor dem Edeka-Markt in Ennigerloh ihren Protest an dem Verhalten der Supermarkt-Gruppe kund. Hermann-Josef Schulze-Zumloh (am Mikrofon) brachte die Anliegen vor.   
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Edeka widersetzt sich – bisher. Vor zwei Jahren ist die Initiative Tierwohl gegründet worden. Seitdem haben viele Landwirte in ihre Ställe investiert. „Wir haben zum Beispiel mehr Fenster eingebaut und Strohraufe, Knabberhölzer und Bälle gekauft, mit denen die Schweine spielen“, sagt Egbert Wißling aus Beckum. Das alles in Vorleistung und unter der Annahme, durch die Mitgliedschaft in der Initiative die Kosten ausgleichen zu können. „Es haben aber so viele Landwirte mitgemacht, dass es nicht ausreichend finanzielle Mittel für alle gibt“, sagt Ansgar Becker vor der Sandfort. Bundesweit gab es 4650 Bewerbungen, teilnehmen können jedoch nur 2142 Landwirte. Im Kreis Warendorf sind die Zahlen noch extremer: Von 120 Betrieben wurden 13 aufgenommen. Um alle Bewerber berücksichtigen zu können, müsste die Umlage, die die Lebensmitteleinzelhändler seit Januar auf Schweinefleisch aufschlagen, von vier auf sechs Cent pro Kilogramm erhöht werden. Von den teilnehmenden Unternehmen sind dazu alle bereit – außer Edeka. Darauf machten die Landwirte am Dienstag  auf dem Marktplatz in Ennigerloh mit einer Versammlung aufmerksam.

„Edeka ist in der Bringschuld“

 „Edeka ist in der Bringschuld, wir haben schon geliefert“, sagte Hermann-Josef Schulze-Zumloh, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Warendorf. Carsten Recker betreibt den Edeka, vor dem sich die Landwirte positionierten. Er kann ihre Verärgerung nachvollziehen, „aber ich persönlich kann nichts daran ändern. Das wird auf einer anderen politischen Ebene entschieden“, sagte er. Die Forderungen des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands, die Schulze-Zumloh ihm gestern in schriftlicher Form übergab, werde er an den Edeka-Verband weiterleiten, versprach Recker. Dass die Verbraucher bereit sind, mehr Geld in höheres Tierwohl und bessere Umweltbedingungen zu investieren, da ist sich Schulze-Zumloh sicher. Dass Edeka sich der Erhöhung als einziges Unternehmen widersetze, verstehe er nicht. „Edeka liebt Lebensmittel, also sollten sie auch das Tierwohl lieben“, sagte Schulze-Zumloh. Ansonsten werde der Versuch, die Standards in der heimischen Nutztierhaltung gemeinsam flächendeckend zu verbessern, zunichtegemacht.

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