Langzeitarbeitslose werden nicht weniger
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sinkt nicht – auch ein Resultat aus dem Wegfall vieler einfacher Arbeitsplätze. „Viele können komplexe Jobs nie erreichen – auch nicht durch Qualifikationen“, so Martin Hanewinkel vom Jobcenter des Kreises.

Die meisten von ihnen seien gering qualifiziert und hätten einfach aufgegeben, sich zu bemühen. 6740 Menschen sind derzeit länger als zwei Jahre arbeitslos – viele aber auch schon drei, vier Jahre, wie die Amtsleiterin des Jobcenters, Petra Schreier, berichtete. 16 498 Personen leben momentan im Kreis Warendorf in sogenannten Bedarfsgemeinschaften, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Auf der anderen Seite brumme die Wirtschaft, würden händeringend Facharbeiter gesucht. „Aber das Angebot passt nicht zur Gruppe unserer Langzeitarbeitslosen“, stellte Dr. Börger fest.

Viele können komplexe Jobs nie erreichen

„Viele können komplexe Jobs nie erreichen – auch nicht durch Qualifikationen“, so Martin Hanewinkel vom Jobcenter des Kreises. Es fehle an Arbeitsplätzen mit geringen Anforderungen. Das sei besonders für diejenigen bedauerlich, die durchaus hochmotiviert seien zu arbeiten. 50 Arbeitsplätze sollen nun über ein neues Programm in einem Zeitraum von zwei Jahren geschaffen werden. Das Jobcenter zahlt Betrieben, die Menschen beispielsweise für Zugeh- oder Hilfstätigkeiten einstellen, einen Lohnzuschuss von bis zu 75 Prozent. An Einbindung in Produktionsprozesse ist nicht gedacht. Dabei, so erläuterte Martin Hanewinkel, gehe es nicht darum, Menschen in Betrieben zu parken, sondern es bestehe durchaus die Hoffnung auf „Klebeeffekte“ – sprich: auf eine dauerhafte Beschäftigung, obwohl die Förderung ausläuft. Rund 1,7 Millionen Euro an Bundesmitteln werden für dieses Projekt derzeit vom Kreis eingeworben.

Tropfen auf den heißen Stein

50 Arbeitsplätze – „Ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Martin Hanewinkel angesichts der großen Zahl von Langzeitarbeitslosen. Zehn Jahre nach der Einführung von Hartz-IV mit dem Ziel, Menschen wieder in Arbeit zu bringen, sei das Ergebnis eigentlich enttäuschend, resümierte Kreisdirektor Dr. Heinz Börger.

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