Letzte Chance für „Systemsprenger“
Etwa 80 Heimkinder gibt es derzeit im Kreis Warendorf. In der Vergangenheit waren es auch schon mal 120. Das Jugendamt hat aber seitdem seine ambulanten Maßnahmen deutlich ausgebaut, sodass man dem Ziel, die Kinder in ihren Familien zu lassen, ein erhebliches Stück nähergekommen ist.

Derzeit befinden sich NRW-weit etwa deutsche 300 Heimkinder im Ausland. „In der Regel sind das Jugendliche, die keine Einrichtung in Deutschland mehr aufnehmen möchte“, erläutert Jugendamtsleiter Wolfgang Rüting. Diese Kinder hätten allesamt schwierige Biografien, seien oft sehr gewaltbereit, kriminell bereits in Erscheinung getreten – und nicht in der Lage, normale Beziehungen zu Erwachsenen aufzubauen. Im Fachjargon heißen sie „Systemsprenger“.

Problemkinder

Seit Ende der 1980er-Jahre verfügen die Kommunen praktisch über keine eigenen Einrichtungen mehr, können also besondere Problemkinder nicht einfach zuweisen. Und manchmal – da stimmt auch Jugendamtsleiter Wolfgang Rüting zu – kann die Unterbringung im Ausland genau das Richtige sein. Der Kreis Warendorf arbeitet dabei mit Partnern in Deutschland zusammen, die auch der Heimaufsicht unterliegen. „Priorität hat aber immer eine Maßnahme im Inland“, kann Rüting feststellen, dass in allen Münsterlandkreisen nach dieser Maxime gearbeitet wird. Der Auslandaufenthalt ist die absolute Ausnahme. In der Vergangenheit befanden sich aus dem Kreis Warendorf durchschnittlich vier bis sechs Kinder pro Jahr in anderen Ländern, beispielsweise in Portugal oder der Ukraine.

Den weiteren Bericht lesen Sie in der Dienstagsausgabe der „Glocke“ auf der Kreisseite Warendorf.

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