Metalldiebstähle fallen ins Gewicht
Kupfer erzielt Höchstpreise am Markt: Das Metall ist auch im Kreis Warendorf ein begehrtes Diebesgut – die Zahl der Metalldiebstähle hat jetzt schon die Vorjahresquote überschritten.

Sie ist ein unrühmlicher Gradmesser des Konjunkturaufschwungs, der mit der Verknappung und daher Verteuerung von Rohstoffen einhergeht – die Zahl der Metalldiebstähle. Dabei gehen die Täter oft äußerst dreist zur Sache, montieren blitzschnell die Fallrohre von Einfamilienhäusern ab und scheuen sich auch nicht, Bronzestatuen und Kreuze von Gräbern mitzunehmen, wie kürzlich auf dem Friedhof Lauheide geschehen. Bei einem Kilopreis von mehreren Euros sind den Dieben auch solche Plätze nicht mehr heilig. „Besonders schlimm war es im März und April“, bilanziert Polizeipressesprecher Martin Schnafel und muss gleichzeitig eine bisher schlechte Aufklärungsquote für solche Fälle einräumen, da es sich oft um hochmobile Übeltäter handele. Allerdings sei inzwischen eine eigene Statistik angelegt worden und man beobachte die Szene intensiver.

Unterschiedliche Tätergruppen

Unterschiedliche Tätergruppen seien unterwegs. Martin Schnafel: „Örtliche Täter haben auch örtliche Absatzwege.“ Dagegen sei die spektakuläre Aktion in Ahlen, bei der tonnenweise Schienen entwendet wurden, wohl zielgerichtet gewesen, genauso wie der Einbruch in eine Oelder Firma, bei dem besagte Kupferpellets entwendet worden seien. Wenn Edelstahlrest aus Produktionsverfahren das Diebesgut seien, könne von einem gewerbsmäßigen Vorgehen ausgegangen werden, so Polizeipressesprecher Schnafel. Häufig führen die Diebe mit Fahrzeugen auf das Gelände, benutzten die dort abgestellten Maschinen wie Gabelstapler und Lkw, um die Beute zu verladen und abzutransportieren. Schnafel: „Das sind keine örtlichen Täter.“ Aber auch an bereits gesammeltem Metallschrott vergreifen sich die Gauner ungehemmt. Davon kann Andreas Meschede von der Abfallwirtschaftsgesellschaft ein Lied singen – ganze Container auf den Recyclinghöfen würden ausgeplündert. Dabei, so der Bereichsleiter Dienstleistung, sei der materielle Wert des Diebesguts meist gar nicht das Schlimmste, sondern der Sachschaden an Zäunen und Gerätschaften, der nach oft rabiatem Vorgehen hinterlassen werde.

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