Mit Samentüten ist Welt nicht zu retten
Bild: Kraneburg
Das Aktionsbündnis für Artenvielfalt schlossen am Freitag: (untere Reihe v. l.) Kreislandwirt Karl Werring (Präsident der NRW-Landwirtschaftskammer), Dr. Britta Linnemann (Nabu-Naturschutzstation), Landrat Dr. Olaf Gericke, Hermann-Josef Schulze-Zumloh (Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands), (obere Reihe v. l.) Ulrich Bultmann (Geschäftsführer Landwirtschaftskammer), Dr. Christian Göcking (Nabu-Naturschutzstation), Martin Terwey (Planungsamtsleiter), Umweltdezernent Dr. Herbert Bleicher, Daniela Puppe (Leiterin Untere Naturschutzbehörde) und Dr. Matthias Quas (Geschäftsführer Landwirtschaftlicher Kreisverband).
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Vertreter der Landwirtschaft und des Naturschutzes unterzeichneten im Kreishaus eine gemeinsame Erklärung „Aktionsbündnis für Artenvielfalt – der Kreis Warendorf summt und blüht“.

Rückgang der Insektenbestände

„Der Rückgang der Insektenbestände ist nicht zu leugnen“, betonte der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands, Hermann-Josef Schulze-Zumloh. 70 Prozent der Fläche im Kreis Warendorf wird landwirtschaftlich genutzt. Das bedeute aber nicht, dass Landwirtschaft zu 70 Prozent für den Artenrückgang verantwortlich sei. Aber doch ein stückweit, so Schulze-Zumloh. Und so sei es Aufgabe, am Naturschutz mitzuarbeiten: „Wir müssen und werden liefern.“

Fachwissen einbeziehen

Dr. Britta Linnemann vom Vorstand der Nabu-Naturschutzstation verwies auf die guten Ergebnisse, die der Runde Tisch zum Naturschutz bereits hervorgebracht habe. Jetzt gehe es darum, noch mehr Fachwissen einzubeziehen und die Bevölkerung zum Mitmachen zu bewegen. Beispielhaft seien Samenmischungen, die voraussichtlich ab März ausgegeben werden, und die sich für Parzellen in Gärten eignen. Dr. Linnemann: „Samentüten werden die Welt nicht retten, aber sie sind ein Anfang, bei dem jeder mitmachen kann.“ Sie verwies darauf, dass es besonders auf die Mischung der Samen ankomme.

Heimische Arten

 Insbesondere bei größeren Fläche setze man auf heimische Arten. Dr. Linnemann: „Die blühen zwar nicht alle wunderschön, aber sie passen zur Region und bieten die notwendige Qualität.“ Um Landwirte zum Verzicht auf Flächenanbau zu bewegen, gibt es das Instrument des Vertragsnaturschutzes. Die Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, Daniela Puppe, verwies darauf, dass die Landwirte entsprechende Ausgleichszahlungen erhielten, wenn sie Felder für einige Jahre brach liegen ließen. „Das können beispielsweise auch nasse Ecken sein, die nicht so viel Ertrag versprechen.“

Landwirtschaftskammer hilft

Dahinter steht auch die Landwirtschaftskammer. Geschäftsführer Ulrich Bultmann versicherte, seine Mitglieder gut zu beraten. Das Förderverfahren sei bürokratisch hochkompliziert, aber mit entsprechender Hilfe durchaus zu schaffen.

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