Mutmachen und ja zum Leben sagen
Bild: Ebert
Familiäre Schicksalsschläge haben Horst Lackhoff veranlasst, den Verein „Lebensmut“ zu gründen. Der 76-Jährige stellt seine Freizeit in den Dienst am Nächsten. Bild: Eber
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 „Lebensmut“ nennt sich der Verein, in dem er sich als Vorsitzender fast rund um die Uhr ehrenamtlich einbringt. Durch einen Spendenmarathon, dessen Ausgestaltung in dieser Woche im Kreishaus Warendorf vorgestellt wird, möchte der Lebensmut-Vorstand ein Projekt an der Nordsee finanzieren. Dort sollen Eltern und Kinder die Möglichkeit haben, einen Rückzugsraum zu finden.

Selbst betroffen

Vor elf Jahren erkrankte Lackhoffs damals fünfjährige Enkelin an Diabetes eins, der dreijährige Enkel kurz darauf an Lymphdrüsenkrebs. Die gleiche Diagnose traf wenig später den Großvater. Während der Rehabilitationszeit reifte bei Horst Lackhoff der Entschluss, seine wiedergewonnene Lebensfreude mit anderen teilen zu wollen. Zwei Jahre bereitete der heute 76-Jährige den 2011 erfolgten Eintrag ins Vereinsregister vor. „Lebensmut“ ist seitdem gewachsen – besser gesagt der Bedarf steigt. Der Verein steht mit Rat und Tat denjenigen zur Verfügung, die durch Krebserkrankung aus der Bahn geworfen werden. „Zuhören ist ganz wichtig“, sagt Lackhoff, der Abende am Telefonhörer verbringt. „Es platzen Träume, Lebenswege enden abrupt und unvorhergesehen“, konstatiert er. Gerührt nennt er das Schicksal eines 15-Jährigen, der seinem Leiden erlegen ist und den „Lebensmut“ bei seinem erfolglosen Kampf begleitet hat. Lackhoffs Vorstandskollegen nennt er Kümmerer, die sich ebenfalls uneigennützig einbringen. Deren Ansprechpartner kommen aus dem kompletten Bundesgebiet. Sie geben Ratschläge, versuchen Kontakte zu vermitteln. „Einen Mediziner ersetzen wir aber nicht“, stellt Lackhoff fest. Er räumt in diesem Zusammenhang ein, dass „Lebensmut“ mittlerweile mit (Kinder-) Kliniken kooperiert. Die in der Regel mentale Hilfe erbringt der Verein sowohl gegenüber Erkrankten, sie betreut aber auch deren Verwandte und Bekannte.

Familiennachsorge

„Diese Familiennachsorge kann sich Jahre hinziehen“, sagt Horst Lackhoff und liefert einen Grund: 70 Prozent der betroffenen Beziehungen gehen in die Brüche. „Bei vielen ist die psychische Belastung einfach extrem.“ Außer der ideellen Unterstützung leiste die Einrichtung aber auch finanzielle. Fahrtkosten gehören zu den Leistungen, die durch Spenden und Mitgliedsgelder getragen werden.

Unterstützer gesucht

Geschätzt 2000 Kindern und Jugendlichen in Deutschland zeigt der Krebs jährlich seine hässliche Fratze. Am häufigsten lautet die niederschmetternde Diagnose: Leukämie. Heranwachsende werden aber darüber hinaus auch von bösartigen Tumoren befallen. „Lebensmut“ möchte als gemeinnütziger Verein, hilfsbedürftige Familien mit kranken und pflegebedürftigen Kindern zu Hause und im Klinikalltag unterstützen. Dabei soll Zuversicht und Vertrauen vermittelt werden. Wer die Arbeit unterstützen möchte, wird Mitglied. Dank der Beiträge und Geldspenden kommen dringend benötigte Gelder zusammen, die „Lebensmut“ zweckgebunden verwendet. Der Verein freut sich auch über engagierte Bürger, die sich einfühlsam aktiv in den Dienst der Sache stellen. Bei der Vereinigten Volksbank Telgte und der Sparkasse Münsterland Ost ist jeweils ein Spendenkonto eingerichtet.

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