Negativzinsen nur für wenige Kunden

Die Sparkasse Münsterland Ost wird ab sofort Negativzinsen für Einlagen auf Giro- und Tagesgeldkonten veranschlagen.

Diese Regelung gilt für Bestandskunden. Neukunden werden ab sofort schon für Summen über 25.000 Euro zur Kasse gebeten. Dieser Freibetrag könne aber je nach Art der gewünschten Anlageformen auch erweitert werden, sagte Vorstandsmitglied Peter Scholz. Wer lediglich Gelder auf einem Tagesgeldkonto parken möchte, bei dem berechnet die Sparkasse ab dem ersten Euro jetzt den Zinssatz, den die Bank auch bei der EZB für ihre Einlagen bezahlen muss: das sind aktuell 0,5 Prozent.

„Der Markt zwingt dazu“

„Der Markt zwingt uns dazu“, erläuterte der Pressesprecher der Sparkasse, Dr. Uwe Koch. Kredite würden nicht in gleicher Höhe nachgefragt und die Freibeträge für Einlagen bei der EZB seien ausgeschöpft, so dass auch für die Sparkasse Verwahrentgelte fällig würden. 

„Dennoch wollen wir unsere Normalsparer vor Negativzinsen bewahren. Das gelingt uns aber nur, wenn wir dem steigenden Zufluss von Neugeldern aus Kreditinstituten in der Region entgegenwirken, die Verwahrentgelte berechnen“, verdeutlichte Peter Scholz.

Trend zum Sparen ungebrochen

Für Kontoneueröffnungen von Bestandskunden gelte aber ebenfalls der höchste Freibetrag. „Damit bleiben rund 99 Prozent unserer Privatkunden weiterhin von Negativzinsen verschont“, unterstrich Scholz. 

Der Trend der Sparer, immer mehr Geld auf unverzinsten Giro-, Tagesgeld- und Sparbuchkonten zu parken, setzte sich auch im vergangenen Jahr fort. So stieg der Bestand an Kundeneinlagen bei der Sparkasse Münsterland Ost 2020 um rund 700 Mio. Euro auf 8,2 Mrd. Euro (ein Plus von 9,5 Prozent). „Doch dieses starke Wachstum ist in doppelter Hinsicht für uns kein Grund zur Freude: Für unsere Kunden sind mit diesen zinslosen Einlagen allein schon inflationsbedingt Vermögensverluste programmiert. Und auch für die Sparkasse sind diese Gelder längst keine Einnahmequelle mehr, sondern ein Kostenfaktor“, erklärte Vorstandsmitglied Peter Scholz.

Bilanzsumme gestiegen

Gestärkt haben Kunden die Bilanzsumme der Sparkasse Münsterland Ost: Die stieg nach den bis zum endgültigen Prüfungstestat noch vorläufigen Zahlen im vergangenen Geschäftsjahr deutlich um 1,6 Milliarde Euro auf rund 11,4 Milliarden Euro (+ 16,8 Prozent). Das Kundengeschäftsvolumen wuchs auf 17,9 Milliarden Euro. Angesichts der anhaltenden Null- und Negativzinsphase sank der Zinsüberschuss in 2020 um 10,7 Millonen Euro und verzeichnete einen Rückgang von 6,4 Prozent auf 157,6 Millionen Euro. 

Mit Einsparungen im Kostenbereich von 4,6 Millionen Euro konnte die Sparkasse ein noch stärker rückläufiges Ergebnis vermeiden und erreichte ein Betriebsergebnis von 91,3 Millionen Euro, was 0,85 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme entspricht (Vorjahr: 1,01 Prozent). Unter dem Strich erzielte die Sparkasse Münsterland Ost einen Jahresüberschuss von 15 Millionen Euro (Vorjahr: 17,1 Millionen Euro).

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