Nicht als hoffnungslos abgestempelt
Viktor Frasch hat mit Hilfe einer Einstiegsqualifizierung des Jobcenters den Weg in eine reguläre Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bei der Firma Mätzing in Neubeckum gefunden. Meister Uwe Mätzing ist zufrieden mit seinem Azubi.

Für den Neubeckumer Viktor Frasch lief es zunächst alles andere als gut. Schnell war er auf die Unterstützung durch das Jobcenter Kreis Warendorf angewiesen. Doch als hoffnungsloser Fall wurde er dort nicht abgestempelt. Im Gegenteil: Der junge Mann bekam genau die Hilfe, die ihm nach einem holprigen Start auf die Spur brachte. Jetzt hat sich sein Leben grundlegend verändert. Mittlerweile ist der 25-Jährige im zweiten Jahr seiner Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bei der Firma Mätzing in Neubeckum tätig. „Es geht mir viel besser als früher. Ich bin zufrieden, wenn ich abends sehe, was ich geschafft habe“, sagt er. Und sein Chef, Betriebsinhaber Uwe Mätzing, hat die Einstellung des Auszubildenden nicht bereut. „Er macht seine Sache gut und kann viele Arbeiten schon eigenständig durchführen“, lobt der Meister seinen Azubi, der soeben ein neues Waschbecken in einer Altbauwohnung montiert hat.

Nicht selbstverständlich

 Dass Viktor Frasch den Weg in den Handwerksbetrieb fand, war alles andere als selbstverständlich. Da der junge Mann technisches Interesse hatte, absolvierte er auf Anraten des Jobcenters dort zunächst ein Praktikum. „Als ich gesehen habe, dass es klappt und dass Viktor Frasch gut in meinen Betrieb passt, habe ich die Möglichkeit der Einstiegsqualifizierung gerne genutzt. Dieses Angebot des Jobcenters kann ich weiterempfehlen“, sagt Uwe Mätzing. Elf Monate dauerte die Einstiegsqualifizierung. Das Jobcenter zahlte in dieser Zeit weiter Leistungen für Viktor Frasch. „In regelmäßigen Gesprächen mit dem Arbeitgeber haben wir festgestellt, dass die Maßnahme gut läuft“, berichtet Jürgen Tiggemann vom Arbeitgeberservice des Jobcenters. „Und am Ende wurde die Einstiegsqualifizierung nahtlos in ein reguläres Ausbildungsverhältnis umgewandelt. Der erhoffte Klebeeffekt trat ein“, so Tiggemann.

302 SGB-II-Empfänger vermittelt

Kreis Warendorf / Neubeckum (gl). Sein Chef Uwe Mätzing musste nicht lange überlegen, als er Viktor Frasch im vergangenen Sommer als regulären Azubi einstellte. Die auf den ersten Blick etwas schwierigere Lösung hat sich für den Firmeninhaber als richtig erwiesen. „Ich wollte unbedingt eine handwerkliche Ausbildung machen. Es ist toll, dass das mit Hilfe des Jobcenters geklappt hat. Dafür möchte ich mich bedanken“, sagt der Azubi selbst. Zu den Schwierigkeiten bei der Vermittlung gehörte, dass Viktor Frasch keinen Führerschein hatte – für einen Handwerker ein großes Manko. Auch hierbei half das Jobcenter. Vor ein paar Wochen erst hat der Azubi die Fahrprüfung bestanden. Natürlich ist dieses Erfolgsbeispiel nicht die Regel – aber auch nicht die völlige Ausnahme. Immerhin 302 Empfänger von SGB-II-Leistungen konnte das Jobcenter im Jahr 2013 in eine Ausbildung vermitteln.

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