Ortsnamen sind Quellen von hohem Wert
Bild: Kraneburg
Freuen sich über die Neuerscheinung: Klaus Gruhn (Förderkreis Stiftskammer Freckenhorst), Dr. Leopold Schütte (Archivar), Olaf Eimer (Verleger), Sebastian Bause (Pastoralassistent St. Bonifatius-St. Lambertus), Kirstin Casemir (Arbeitsstellenleiterin, Akademie der Wissenschaften Göttingen), Diakon Paul Schlöpker, Autorin Dr. Claudia Maria Korsmeier, Horst Breuer (Kulturamtsleiter Warendorf), Professor Dr. Paul Leidinger (Vorsitzender des Kreisheimatvereins).
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Sie lassen häufig auf die Landschaft und die Herkunft der Menschen schließen, oft sind sie älter als jede schriftliche Aufzeichnung – die Namen von Städten, Dörfern oder Bauerschaften. Dr. Claudia Maria Korsmeier von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen hat 478 von ihnen im Bereich Münster/Warendorf ausgemacht – 420 allein im Kreisgebiet. „Viele von ihnen sind sehr alt und damit Quellen von hohem Wert“, so Kirstin Casemir (Akademie der Wissenschaften). Das Buch ist nur ein Teil einer Reihe, die einmal den gesamten westfälischen Raum abdecken soll.

Beckum die Bachsiedlung

Da taucht Beckum beispielsweise als „Bachsiedlung“ auf, für Beelen ergibt sich die Deutung als Siedlung an der Bela. Ausführlich wird in dem Band erläutert, wie man wissenschaftlich zu diesen Ergebnissen kommt. „Wir haben uns bemüht, verständlich zu bleiben – ohne viele Abkürzungen“, ist das Werk laut Mitherausgeberin Casemir durchaus alltagstauglich. Zurückgreifen konnte man dabei auf umfangreiches schriftliches Material, das Heimatforscher schon erarbeitet hatten. „Die Heberollen von Freckenhorst und Herzebrock sind dabei Gold wert“, konnte Dr. Korsmeier zudem auf eine gute Überlieferung zurückgreifen. Auch der Austausch mit den Heimatpflegern vor Ort sei unerlässlich gewesen, sodass letztlich eine ganze Region daran mitgearbeitet hat. Festgestellt hat die Autorin ganz alte Namen im Kreis Warendorf: Ahlen, Beelen, Bevern, Einen, Hoetmar, Lette und Oelde gehören dazu. Manche gehen auf örtliche Gegebenheiten zurück wie Ahlen (Siedlung bei der Alna/der Schlammigen), andere auf Personennamen, wie die Bauerschaft Püning in Everswinkel, was nichts anders heißt als „bei den Leuten des Puni oder Puno“. Festgehalten wurden in dem Nachschlagewerk aber auch 111 Siedlungsflecken, die gar nicht mehr existieren – nur noch ihre Namen erinnern daran, dass an diesen Stellen einst Menschen beheimatet waren.

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