Polizei nimmt rasende Biker ins Visier
Bild: dpa
An diesem Wochenende beginnt die Polizei mit Schwerpunktkontrollen auf beliebten Biker-Strecken, unter anderen im Sauerland. Überhöhte Geschwindigkeit ist immer noch eine Hauptunfallursache von schweren Motorradunfällen.
Bild: dpa

NRW-Innenminister Ralf Jäger lässt die Biker an diesem Wochenende mit Blitz- und Lasergeräten ins Visier nehmen. So werden bereits an diesem Wochenende rund 250 Polizisten mit insgesamt mehr als 50 Blitz- und Laser-Geräten sowie Video-Motorrädern verstärkte Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Zwar finden diesen Kontrollen nicht in den Kreisen Warendorf und Gütersloh statt, vermutlich aber auf Strecken, die auch von heimischen Motorradfreunden bevorzugt werden. Im Fokus der Polizei stehen beliebte Biker-Strecken im Sauer- und Siegerland sowie im Bergischen Land und in der Eifel.

 „Es ist eine kleine Gruppe von Rasern, die sich und alle anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet. Diese rücksichtslosen Biker ignorieren alle Geschwindigkeitsregeln und nutzen unsere Straßen als illegale Rennstrecke“, erklärte Innenminister Ralf Jäger in Düsseldorf. „Das ist lebensgefährlich.“ Im Kreis Gütersloh hat es in diesem Jahr bis Ende Mai bereits 24 Unfälle mit Motorradfahrern gegeben. Dabei wurde ein Kradfahrer getötet, neun schwer und 14 weitere leicht verletzt. Die Polizei im Kreis Warendorf meldet für den Zeitraum 13  Motorradunfälle. Dabei wurde eine Person getötet, fünf wurden schwer und sieben leicht verletzt.

Auf nordrhein-westfälischen Straßen sind in den ersten fünf Monaten in diesem Jahr bereits doppelt so viele Motorradfahrer umgekommen wie im Vorjahr. Bis Ende Mai starben 34 Biker – 22 von ihnen, weil sie deutlich zu schnell waren. „Dies ist dramatisch und macht mir große Sorge. Denn zu schnelles Fahren bleibt gerade bei Bikern der Killer Nr. 1“, betonte Ralf Jäger. Wie rücksichtlos und uneinsichtig manche Biker sind, machte Jäger an zwei Beispielen deutlich: Im März zog die Polizei in der Eifel einen Motorradfahrer aus dem Verkehr, der mit einer Geschwindigkeit von 226 km/h gemessen wurde. Erlaubt waren auf diesem Straßenabschnitt 70 km/h. Solche Raser pflegen teilweise sogar eigene Internetauftritte. Sie filmen sich beim ihren lebensgefährlichen Fahrten und stellen die Videos im Internet z. B. auf Videoportalen ein. Hier wird die Gefahr durch Raserei verharmlost und völlig zu Unrecht glorifiziert. „Diese Videos von lebensgefährlichen Kurvenfahrten und Überholmanövern können gerade junge Fahrer zum Nachahmen verführen“, warnte Jäger.

SOCIAL BOOKMARKS