Preise fürs Mobi-Ticket sollen steigen
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Die Nutzer des Mobi-Tickets im Kreis Warendorf sollen nach der Streichung des Landeszuschusses im nächsten Jahr mehr bezahlen. 
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Eingeführt worden war das Mobi-Ticket für Bezieher von Sozialleistungen vor zwei Jahren.

Landesregierung will Zuschuss zurückfahren

Eine Landesförderung hatte es ermöglicht, die Fahrkarte weitgehend kostendeckend anbieten zu können. Jetzt hat die neue Landesregierung beschlossen, den Zuschuss zunächst zurückzufahren und ab 2020 ganz einzustellen.

 Das würde für den Kreis eine zusätzliche Belastung von bis zu 600 000 Euro jährlich bedeuten.

Zuzahlung für betroffene nicht machbar

Die SPD hatte beantragt, trotz geringerer Zuschüsse an dem Mobi-Ticket in bisheriger Form festzuhalten. Genutzt wird es von 1700 Personen. Peter Kreft: „Eine höhere Zuzahlung ist für diese Bevölkerungsschichten nicht machbar.“

Überhaupt sei es ein Unding, den Ärmsten der Armen Mittel wegzunehmen, um sie in den Straßenbau zu investieren, übte Kreft deutliche Kritik am Beschluss der Landesregierung.

Lediglich die Grünen konnten diesem Antrag folgen. Angenommen wurde dagegen der Verwaltungsvorschlag, der immer noch Fahrpreis-Vergünstigungen für sozial Schwache bedeutet.

CDU, FWG und Grüne stimmen zu

Dieser Variante stimmten CDU, FWG und Grüne zu, SPD, FDP und AfD lehnten sie ab – FDP und AfD aus grundsätzlichen Erwägungen (Dr. Christian Blex von der AfD: „Sie reiten ein totes Pferd.“, Konrad Richter von der FDP: „Wir waren immer schon dagegen, Kreismittel einzusetzen.“), die SPD, weil sie das Thema Mobi-Ticket als eines ihrer sozialen Kernthemen sieht.

Peter Kreft: „Es ist uns eine Herzensangelegenheit – und der Beibehalt hat eine große Bedeutung für unser Abstimmungsverhalten über den Haushalt.“

Nutzer sind nicht nur Arme

Für die Christdemokraten ist das jetzt gewählte Modell, bei dem der Kreis bereits finanziell in die Bresche springt, der Kompromiss. Josef Schmedding betonte, dass die CDU das Ticket immer nur unter dem Vorbehalt öffentlicher Zuschüsse befürwortet hätte.

Zu der jetzigen Variante habe man sich förmlich durchgerungen. Die Nutzer des Tickets seien darüber hinaus auch nicht nur arme Leute, sondern es gebe auch viele andere Menschen, die die Sparformen in Anspruch nähmen.

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