Projekt „Lippeaue“ von EU ausgezeichnet
Morgenstimmung in der Lippeaue.

Die Preisverleihung wird bei der „Green week“ (Grüne Woche), der jährlich größten EU-Konferenz zum Thema Umweltpolitik, vorgenommen. Beteiligt an dem Vorzeigeprojekt ist federführend die Stadt Hamm, aber auch der Kreis Warendorf.

Bestätigung für „tolle Arbeit“

„Wir freuen uns sehr über diesen Preis“, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Er sei eine Bestätigung für die tolle Arbeit des Umweltamtes der Stadt Hamm, aber auch für die ausgezeichnete Zusammenarbeit in der Projektpartnerschaft „Lippeaue“. „Inzwischen kann man große Erfolge in der Natur beobachten - und das Projekt hat ohne Zweifel eine Aufbruchstimmung bei den Hammer Bürgern erzeugt.“

Auszeichnung erstmals für deutsches Projekt

Das Life-Projekt „Lippeaue“ ist das erste deutsche Projekt, das eine derartige Auszeichnung erhält. Die Siegerprojekte werden in Kürze im Internet vorgestellt und es erscheint eine EU-Broschüre mit entsprechenden Projekt-Porträts.

Auch Kreis Warendorf beteiligt

Bei der jeweiligen Bewertung hat die EU-Kommission die 59 eingereichten EU-Projekte nach Kosteneffizienz, Zielerfüllungsgrad und Nachhaltigkeit der Maßnahmen geprüft. Durch die Auswahl unter die besten sechs Siegerprojekte Europas bestätigt die Kommission, dass es den vier Projektpartnern - dem Umweltamt der Stadt Hamm, dem Lippeverband, dem Kreis Warendorf und der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest (ABU) - gelungen ist, erfolgreiche, effiziente und professionelle Arbeit zu leisten.

Ausschlaggebend waren neben der guten Zusammenarbeit vor allem die breite Öffentlichkeitsarbeit und die intensive Beteiligung von Landwirtschaft, Fischerei und Jagd ausschlaggebend.

Auenräume wiederhergestellt

Die Lippeaue, in der noch viele selten gewordene Tiere und Pflanzen leben, hat europaweit eine besondere Bedeutung für den Natur- und Artenschutz und ist Teil des Netzwerkes „Natura 2000“. Die Wiederherstellung aktiver Auenräume durch die Verbindung von Fluss und Aue sowie die möglichst weit reichende Anpassung des Wasserhaushaltes an die naturnahen Verhältnisse sind die zentralen Eckpfeiler des Projektes.

Die Europäische Union und das Land NRW finanzierten im Rahmen des Förderprogramms Life in den Jahren 2005 bis 2010 diese naturnahe Umgestaltung der Lippeaue mit einem Budget von 5,5 Millionen Euro.

Neue Lippeschlinge geschaffen, Bäche naturnah umgestaltet

Dadurch wurde die naturschutzfachliche Entwicklung der Lippeaue auf knapp 180 Hektar ermöglicht: Befestigungsmaterial wurde vom Ufer entfernt, eine neue Lippeschlinge geschaffen und großflächiger Auenraum durch Öffnen von Verwallungen wieder an den Fluss angebunden. Außerdem wurden Bäche und Gräben naturnah umgestaltet und über 100.000 Quadratmeter neue Wasserflächen wie Stillgewässer und Flutmulden angelegt. Zudem können Fische und andere wassergebundene Organismen heute das nicht passierbare Wehr am Schloss Heessen über ein Umgehungsgerinne überwinden und flussauf- sowie flussabwärts schwimmen.

Darüber hinaus wurden mehr als 100 Hektar landwirtschaftlich genutzte Flächen zu einer Natur schonenden Nutzungsform umgewandelt und der bisher besonders selten anzutreffende Auwald neu begründet.

Aussichtsturm und Naturlehrpfad

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts war die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erholungs- und Besucherlenkung im Gebiet. Neben einem Aussichtsturm und einem Aussichtshügel wurden Wege neu angelegt und ein Naturlehrpfad eingerichtet.

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