RWE-Datenpanne bei Solarstrom-Abrechnung
Bild: Wild
Eine falsche Datenbasis hat RWE Betreibern von Fotovoltaikanlagen wie dem Warendorfer Meinolf Venne für die Jahresabrechnung 2011 vorgegeben – zuungunsten der Kunden.
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Meinolf Venne hat seit 2004 eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach seines Hauses in Warendorf. Als er an Silvester den aktuellen Zählerstand abgelesen und auf die von RWE zugesandte Antwortkarte eingetragen hatte, musste er feststellen, dass die Differenz des aktuellen Zählerstands zu dem von RWE aufgeführten Vorjahresstand deutlich schlechter war, als er berechnet hatte. Würde danach abgerechnet, hätte der Warendorfer 967 Kilowattstunden und rund 555 Euro weniger vergütet bekommen als ihm zustehen würde.

Kein Einzelfall

Erst im Gespräch mit anderen Anlagenbetreibern aus seinem Bekanntenkreis wurde Venne klar, dass er kein Einzelfall war. Inzwischen ist offensichtlich: Bei den falschen Daten handelt es sich um ein Massenphänomen. Bei der RWE war am Montag keine offizielle Stellungnahme zu erhalten, wie es zu der Datenpanne zulasten der Kunden kommen konnte und in welchem Ausmaß Einspeiser und möglicherweise auch Abnehmer betroffen sind. Wolfgang Schley von der Unternehmenskommunikation der RWE Deutschland AG (Essen) verwies gegenüber der „Glocke“ auf eine zu erwartende Stellungnahme des Konzerns am Dienstag. Schley riet auf Anfrage unserer Zeitung Kunden dazu, die Eingabe bis zur Klärung des weiteren Vorgehens zurückzuhalten.

Zahlreiche Beschwerden

Im Laufe des ersten Arbeitstags im neuen Jahr haben sich offenbar inzwischen so viele Betroffene bei der RWE gemeldet, dass im Laufe des Montags kurzfristig eine automatische Ansage (Telefon 0251 / 7112228) geschaltet wurde. Dabei wird eingeräumt, dass die letzten Ablesedaten fehlerhaft eingegeben worden waren und versichert, dass dies keine Auswirkungen auf die Abrechnung der tatsächlichen Einspeisevergütung haben werde.

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