Rettung für die Knoblauchkröten
Mitglieder der Kreistagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen haben sich im Garten von Michael Bisping in Enniger umgesehen und sich über Artenschutz informiert. Unser Bild zeigt (v. l.) Ulrich Schlösser, Ingrid Hohmann de Palma, Hedwig Tarner, Valeska Grap und Bernhard Drestomark.

Was getan werden kann, damit Tierarten erhalten bleiben, die früher selbstverständlich zu den Bewohnern von Wiesen, Bächen und Sandböden gehörten, weiß Michael Bisping aus Enniger. Ihn hat die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen im Kreistag Warendorf besucht.

In seinem Garten an der Vorhelmer Straße vermehren sich Knoblauchkröten, Kreuzkröten und Laubfrösche. Zusammen mit Franz Kraskes hat er ein Auge darauf. „Die Knoblauchkröte lebt die meiste Zeit des Jahres eingegraben in lockeren Böden. Aufgrund dieser versteckten Lebensweise gilt sie als eine der am schwierigsten zu erfassenden Amphibienarten. Sie wird auf der Roten Liste als ‚stark gefährdet‘ eingestuft“, informieren die Bezirksregierung und das Landesamt für Natur Umwelt und Verbraucherschutz.

Die Naturschützer halten in mehreren Rundformbecken mit einem Fassungsvermögen von sechs Kubikmetern jeweils mehrere Hundert Kaulquappen, die von erwachsenen Kröten abgelaicht wurden. Sie leben zunächst von Mikroorganismen, die sie auf der Wasseroberfläche finden: Pantoffeltierchen, Grünalgen sowie Wasserflöhen, später von Pflanzen, die nicht zu viele Bitterstoffe enthalten, Wildkräutern und Salat aus biologischem Anbau.

Die Mitglieder der Kreistagsfraktion zeigten sich beeindruckt davon, mit welcher Fachkunde und Begeisterung Michael Bisping und Franz Kraskes einen natürlichen Lebensraum für die bedrohten Amphibien geschaffen haben: Indianernessel, Teufelsabbiss, wilder Majoran, Seifenkraut, Katzenminze, Pechnelke und Schafgarbe locken Hummeln, Bienen und andere Insekten an. „Das ist wirklich ein gelungenes Beispiel dafür, dass bedrohte Tierarten für unser Ökosystem erhalten bleiben“, lobte Fraktionssprecher Ulrich Schlösser das Projekt, das von der Europäischen Union gefördert wird. In Terrarien züchten Bisping und Kraskes Insekten auch als Nahrungsquelle für die Kröten.

Und was passiert mit den erwachsenen Tieren? Da sie nicht sehr mobil sind, werden sie innerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets in NRW wieder angesiedelt, zum Beispiel in der Soester Lippeaue oder in den Rieselfeldern Windel (Bielefeld). Auch in der renaturierten Emsaue „In den Pöhlen“ erhalten sie im sandigen Boden neben Heckrindern und Konik-Pferden einen Lebensraum zurück.

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