S-Bahn zwischen Münster und Sendenhorst
Noch befahren nur Güterzüge die WLE-Strecke. In der Region wird allerdings geplant, ab 2019 eine Art S-Bahn zwischen Münster und Sendenhorst verkehren zu lassen.

 Er will den Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland darum bitten, das NRW-Verkehrsministerium zu einer zügigen Neubewertung der Reaktivierung zu bringen. Mit einer Reaktivierung der Strecke könne man die wachsenden Pendlerbewegungen zwischen Münster und dem südlichen Münsterland stadt- und umweltgerecht stärken, heißt es in der Vorlage. Daher sei im aktuellen Nahverkehrsplan des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) die WLE-Strecke als vordringliches Projekt enthalten. Geht es nach den Beteiligten in der Region, sollen spätestens 2019 die ersten Personenzüge auf der Strecke fahren. In einer zweiten Stufe könnte die Anbindung bis Neubeckum realisiert werden. In Münster sollen die Züge nicht nur den Hauptbahnhof anfahren, sondern auch die an der Strecke liegenden Haltepunkte Wolbeck, Gremmendorf und Loddenheide.

6300 Fahrgäste täglich

Eine Prognose geht von etwa 6300 Fahrgästen täglich aus, bei einem Halbstunden-Takt und einer Investitionssumme von 32 Millionen Euro würde der Nutzen der Reaktivierung die Kosten um das 1,15-Fache übersteigen. Fahren die Züge sogar bis ins münstersche Zentrum-Nord, wo viele Behörden und Betriebe ansässig sind, steigt der Kosten-Nutzen-Faktor auf 1,65. Allerdings stellt sich das Landesverkehrsministerium quer: Es hat den Anschub des Projekts an die Bedingung geknüpft, dass im Vorhinein feststeht, wie der Betrieb des Personennahverkehrs finanziert wird. Laut Beschlussvorlage sei jedoch „heute nicht absehbar, welche Mittel 2019 für Betriebsleistungen zur Verfügung stehen“. Aus Sicht der Stadt Münster, des Kreises Warendorf, der WLE und des NWL müsse daher rasch eine Neubewertung des Projekts unabhängig von der Frage der Finanzierung des Betriebs erfolgen. Als Argument wird auch angeführt, dass die Reaktivierung die gleichen Chancen erhalten solle wie vergleichbare Projekte – zum Beispiel in der Region Aachen. Dort seien die Betriebskosten in der ÖPNV-Pauschale enthalten. Zudem sei Münster mit prognostizierten 17 Prozent Bevölkerungswachstum bis 2030 ein so genannter „Wachstumsmarkt für den ÖPNV“ und damit laut NRW-Verkehrsminister Groschek besonders förderungswürdig.

SOCIAL BOOKMARKS