Schulden mehr und schneller eintreiben
Die Schuldner fest im Visier: Der Kreis hofft, durch eine neue Vereinbarung mit den Kommunen mehr und schneller Schulden eintreiben zu können.

Mit mehr als sieben Millionen Euro stehen Einzelpersonen, aber auch schon mal Gebietskörperschaften allein beim Kreis in der Kreide. Eingerechnet, das erläuterte Amtsleiter Dr. Ansgar Seidel, sind dabei aber auch Kommunen, die sich mit ihren Umlagebeiträgen ein paar Tage verspäten. „Das ist unproblematisch, da die Rechnung schnell beglichen wird“, kann Dr. Seidel feststellen. Das Gros der Schuldner sind Einzelpersonen – und häufig echte Härtefälle. Auf 1,6 Millionen Euro möchte Ansgar Seidel die Außenstände dieser Problemfälle bis zum Jahresende drücken: „Dann hätten wir die Vorjahresmarke wieder erreicht“, würde der Amtsleiter dieses Ergebnis bereits Erfolg verbuchen können. Im Fokus stehen dabei sogenannte „säumige Väter“, die ihren Unterhaltspflichten nicht nachkommen wollen oder können. Dann springt das Sozialamt ein, versucht aber, sich das Geld zurückzuholen.

Altforderungen am Bein

Mit der Ernennung zur Optionskommune hat sich der Kreis nicht nur größeren Handlungsspielraum bei der Betreuung von Langzeitarbeitslosen erworben, sondern auch Altforderungen der Vorgängerbehörde des Jobcenters ans Bein gebunden. 3,4 Millionen Euro schlugen dabei zu Buche, die es einzutreiben galt – diese Summe konnte auf aktuell 1,9 Millionen Euro gesenkt werden. Gleichzeitig liefen aber auch Neuforderungen an Hartz-IV-Empfänger in Höhe von 4,9 Millionen Euro auf. Dort hat es die Kreismannschaft (neun Kräfte, teilweise in Teilzeit) geschafft, die Summe auf 3,5 Millionen Euro zu drücken. Zustande kommen solche Situationen, laut Dr. Seidel, wenn sich die Situation in der Bedarfsgemeinschaft ändert – beispielsweise jemand Arbeit findet. Da die Hartz-IV-Leistungen im Voraus gezahlt werden, landet dann mehr Geld auf dem Konto, als dem Betroffenen zusteht. Auch das wird zurückgefordert. Während die Kreismitarbeiter reinen Innendienst versehen, schellen die Kräfte aus den Städten und Gemeinden an den Haustüren, versuchen, die Säumigen zum Gespräch und letztlich zur Zahlung zu bewegen. Diese Teams sollen nun Verstärkung bekommen, besonders dann, wenn ein Außendienstler längere Zeit erkrankt.

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