Schultz: Moralisch steht Geld CAE zu
Im Streit ums Geld zwischen dem  CAE-Institut in Beckum (Bild) und der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf (GFW) hat jetzt der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Reinhard Schultz eine Stellungnahme abgegeben.

Der langjährige Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion und Bundestagsabgeordnete hatte die Gründung des CAE-Instituts ebenso wie des INFA in Ahlen von Anfang an begleitet und unterstützt:  „Das sind zwei der wenigen gelungenen Beiträge zum Strukturwandel durch Zusammenarbeit mit benachbarten Hochschulen. Innovationsförderung durch Technologietransfer in Zusammenarbeit mit der regionalen und inzwischen überregionalen Wirtschaft ist das Geheimnis des Erfolgs“, erklärte Schultz jetzt gegenüber unserer Zeitung.

Rückstellungen gebildet

Anfangs habe das Land NRW Anschubfinanzierung geleistet, bis sich beide Institute ökonomisch freigeschwommen hatten. Politik des damaligen Chefs der GFW, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises, sei es gewesen, „immer mehr Aktivitäten zu entfalten, ohne bei seinen Gesellschaftern zusätzliche Finanzmittel abrufen zu müssen“, umschreibt Schultz das Wirken des damaligen Geschäftsführers Joachim Kröll, und fügt hinzu: „Die hätte er auch nicht bekommen.“ Aus seiner Erinnerung schildert Schultz die dann folgende Situation, die jetzt zu dem Bruch zwischen GFW und dem Hauptgesellschafter des CAE-Instituts, Professor Ostholt, geführt hat, so:  Als es für die GFW enger wurde – politisch wie finanziell – habe Kröll Rückstellungen für eventuelle Rückforderungen des Landes in Sachen CAE gebildet,  die er „in der GFW-Bilanz geparkt“ hatte,  und habe diese „zugunsten der GFW aufgelöst und nicht zugunsten des CAE-Instituts“.

Politik damals misstrauisch

Diese Vorgänge, erinnert sich der ehemalige Kreistags-Fraktionschef der SPD,  hätten schon damals Kreispolitiker misstrauisch gemacht. Aber formal sei das „alles korrekt“ gewesen. Das hätten die Gerichte dann ja auch bestätigt. Schultz wörtlich in seiner Stellungnahme: „Professor Dr. Ostholt, sicher ein Feuerkopf, ist, juristisch nicht angreifbar, über den Tisch gezogen worden. Und das von den Personen und Institutionen, denen er zum Erfolg verholfen hat.“

Natürlich verdiene das CAE-Institut heute gutes Geld, schildert Schultz: „Das war ja auch der Sinn dieser Wirtschaftsförderung.“ Trotzdem müsste der umstrittene Geldbetrag – politisch und moralisch gesehen, für Forschungsvorhaben des CAE-Instituts zur Verfügung stehen, urteilt Schultz und denkt dabei zum Beispiel an den Einsatz „als Eigenmittel für geförderte Forschungsprojekte, die auch im Interesse der regionalen Wirtschaft sind“. Hier könnte man aus Sicht des früheren Bundestagsabgeordneten aus Everswinkel „einen Kompromiss finden, der den Mittelrückfluss über einige Jahre streckt und an ein regionales Interesse bindet“.

CAE-Eigentümer Hand reichen

Nach Einschätzung von Schultz wird „Professor Ostholt Ernst machen und das CAE-Institut aus dem Dunstkreis von Kreisverwaltung und GFW abziehen“. Das  sei „sein gutes Recht, und ich verstehe das auch“. Aus Sicht von Beckum und des Kreises Warendorf könne er, Schultz, allerdings  nur mahnen: „Jetzt zeigt, dass es Euch um die Sache geht und reicht dem CAE-Institut und seinem Eigentümer die Hand. Ihr habt alle Prozesse gewonnen, aber nicht Recht gehabt. Steckt die umstrittenen 3,4 Millionen Euro in Zukunftsprojekte des CAE-Instituts, die der ganzen Region zugute kommen.“

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